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Nach der Reformation,die auch die Auflösung des Klosters Selbold zur Folge hatte, ging die St. Peterskirche in das Eigentum der Stadt Gelnhausen über. Sie war nunmehr ohne erkennbare Funktion und für den Rat der Stadt Gelnhausen eine Belastung. Notwendige Reparaturen und Erhaltungsaufwendungen wurden, wenn überhaupt, nur dürftig durchgeführt; die Kirche zerfiel.
1830 wurde sie für 925 Gulden auf Abbruch an einen Kaufmann versteigert; wenige Jahre zuvor war bereits einer der beiden Türme abgebrochen worden, nunmehr folgte auch der zweite Turm. Im restlichen Gebäude wurde eine Zigarrenfabrik errichtet.
Im Jahre 1920 gelangte die St. Peterskirche durch Kauf in das Eigentum der katholischen Kirchengemeinde zu Gelnhausen. In den nachfolgenden 18 Jahren wurde sie unter Leitung von Architekt Martin Weber notdürftig restauriert. In diese Epoche fällt euch der stilverfälschende Anbau des Chorraumes und der beiden viereckigen Glockentürme.

Eine totale Sanierung, von den Fundamenten bis zum Dach, erfuhr das Bauwerk in den Jahren 1982/83. Das Sanierungskonzept konnte dabei nur bedingt dem klassischen Weg folgen, "der in jeder Phase historisch - möglichst mit originalen Befunden - belegbar ist". Es galt vielmehr, eine alle Bauteile und Epochen einbindende Gestaltungskonzeption innen und außen zu entwickeln.
Eine der wichtigsten Entscheidungen in diesem Zusammenhang war der Einbau eines Lettners, der den apsidialen Chorraum der Kirche wieder wirkungsvoll zur Geltung kommen läßt. Der Altarraum wurde in die Vierung von Quer- und Langhaus verlegt und entsprechend dem liturgischen Konzept des 2. Vatikanischen Konzils neu gestaltet.
Von außen sollte sich das Bauwerk in die städtebauliche Situation der Stadt Gelnhausen einpassen. Dies wurde durch die Entscheidung versucht, das gesamte Bauwerk vollflächig zu verputzen, ausgenommen die Werksteinflächen des nördlichen und südlichen Querhauses. Optisch vereinen sich alle aus verschiedenen Jahrhunderten stammenden Bauteile zu einem Bauwerk. Die lisenenartigen Vorsprünge an den Fassadenteilen, aber auch an den übrigen Fenstergewänden und allen anderen steinmetzmäßig bearbeiteten Gebäudeecken sind ebenfalls ohne Putz belassen. Dies gilt auch für die Portale und die historische Sonnenuhr an der Südfassade des Querhauses. Die Farbgebung der Peterskirche ist den Farbtönungen anderer Großbauten der Stadt nachempfunden.