Dichter Henry Beissel trägt sich ins „Goldene Buch“ ein

In das „Goldene Buch“ der Stadt Gelnhausen hat sich bei einem Rathausempfang der kanadische Dichter und Dramatiker Henry Beissel eingetragen. Bürgermeister Thorsten Stolz begrüßte den 1951 von Deutschland aus nach Kanada emmigrierten Schriftsteller herzlich. Begleitet wurde er von den beiden Englisch-Lehrerinnen am Beruflichen Gymnasium,  Elisabeth Battenberg und Irmgard Herget, Günter Rau, Leiter der Beruflichen Schulen, und Pfarrer Volkmar Hundhausen, der Henry Beissel nach dem Rathausempfang die Marienkirche zeigte.

Der Dichter und Dramatiker besuchte im Rahmen seiner Deutschlandtour die gymnasiale Oberstufe der Beruflichen Schulen und traf bei einer Dichterlesung im Romanischen Haus auf interessierte Schülerinnen und Schüler der Oberstufen-Englischkurse. Bereits am Vortag hatte er mit den jungen Leuten darüber gesprochen, welche Gedichte aus seiner Feder sie hören und anschließend diskutieren wollten.

 Zu Beissels umfangreichem Werk gehören unter anderem 18 Gedichtbände und eine Reihe von Theaterstücken. Sein jüngstes, 2011 erschienenes  Buch „Coming to terms with a child“ setzt sich mit seiner deutschen Vergangenheit auseinander. Die ist von Extremen geprägt, wie der im Jahr 1929 in Köln geborene Schriftsteller im Gespräch mit Thorsten Stolz erzählte. „Ich habe Deutschland verlassen, als ich erfuhr, was hinter meinem Rücken passiert ist“, berichtete Beissel. Direkt nach dem Einmarsch der Amerikaner habe er für die US-Army als Dolmetscher gearbeitet. „Filme über die KZs, die uns die Amerikaner zeigten, haben mich zutiefst erschüttert. Ich fühlte mich von allen bitter enttäuscht und wollte mit Deutschland nichts mehr zu tun haben“, erklärte er seine Gefühlslage als junger Mensch, die 1951 zur Auswanderung nach Kanada führte. Erst die lange und intensive Beschäftigung mit der Nazi-Zeit und ihren Akteuren führte dazu, dass er seine Auffassung über Deutschland änderte.

Bürgermeister Thorsten Stolz hatte dem Schriftsteller zuvor die Stadtgeschichte von der Gründung durch Kaiser Friedrich I, auch genannt Barbarossa, über die beinahe vollständige Zerstörung im Dreißigjährigen Krieg bis zur heutigen Bedeutung als prosperierende Kreisstadt mit hervorragender Infrastruktur skizziert. Dabei berichtete er auch von Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen, dem in Gelnhausen geborenen bedeutendsten Barock-Schriftsteller. Sein bekanntestes Werk, den „Abentheuerlichen Simplicissimus Teutsch“, schenkte der Rathauschef dem Gast aus Kanada. Der war darüber sehr erfreut: „Ich bin auch Spezialist für mittelalterliche englische Literatur und freue mich jetzt schon auf die Lektüre“.

Begeistert war Henry Beissel auch vom Empfang in Gelnhausen. Die Barbarossastadt werde mit Sicherheit in einem seiner nächsten Gedichte Erwähnung finden, ließ er in dem Eintrag wissen, mit dem er sich im „Goldenen Buch“ verewigte.


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