Elektromobilität kommt in Fahrt

Geräuschlos und abgasfrei – so werden die Betriebshofmitarbeiter künftig zum Beispiel im Botanischen Garten in Hailer Grünschnitt abfahren. Die Elektromobilität ist in Gelnhausen angekommen. Die Stadt hat sich im Rahmen ihres Klimaschutzkonzeptes dieser Herausforderung gestellt und jetzt für den kommunalen Fuhrpark zwei Elektrofahrzeuge angeschafft: Einen VW e-up, der beim Bauamt im  Außendienst zum Einsatz kommen soll und einen Elektrotransporter Goupil G4, mit dem der Betriebshof die städtischen Grünanlagen anfährt.

Schick sieht er aus, der weiße, fünftürige VW e-up, mit einer Leistung von 60 kw, also etwa 82 PS. Die Buchstaben „GK“ im Kennzeichen stehen für „Gelnhäuser Klimaschutz“. Nach Betätigung einiger Knöpfe am Armaturenbrett stellt sich dann für Menschen, die seit Jahrzehnten Autos mit Verbrennungsmotoren fahren, die alles entscheidende Frage: „Ist er schon an?“ Bauamtsleiter Günther Kauder steuert mit dem Ersten Stadtrat Dieter Ullrich und dem städtischen Klimaschutzbeauftragten Thomas Wziontek im Gepäck eine der wenigen öffentlichen Ladestationen nahe der Zehntscheune an. Da, wo sonst Benzin oder Diesel eingefüllt werden, hat auch das E-Auto eine Klappe. Allerdings wird hier der Ladestecker am Ende des Kabels in die Ladedose gesteckt. Bislang gibt es nur wenige solcher Stationen für Elektrofahrzeuge in Gelnhausen. Das soll sich aber ändern.

„Wir werden in Gelnhausen nach und nach eine Ladeinfrastruktur aufbauen“, versichern Günther Kauder und Dieter Ullrich. Der VW e-up hat seinen festen Platz samt hauseigener Ladestation in der städtischen Tiefgarage am Holztor. Der Bruttolistenpreis für das Fahrzeug beträgt 27 225 Euro. Davon gehen 4000 Euro Umweltbonus von Volkswagen ab und 50 Prozent der dann noch verbleibenden Anschaffungskosten trägt das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau- und Reaktorsicherheit (BMUB) über den Projektträger Jülich. Die Bundesregierung unterstützt den Bereich Elektromobilität mit umfangreichen Förderaktivitäten. Ziel ist es, den Verkehrssektor energieeffizienter, klima- und umweltverträglicher zu gestalten. Mit der Förderrichtlinie verfolgt das BMUB das Ziel, die Zahl der E-Fahrzeuge auf Deutschlands Straßen zu erhöhen, insbesondere in kommunalen Flotten. Hierfür wird eine besondere Förderung durch das BMUB angeboten, die im Rahmen der Tätigkeit des Klimaschutzmanagers/Klimaschutzbeauftragten umgesetzt werden kann.

„Um in den Genuss der Förderung zu kommen, müssen wir für jedes neue, emissionsarme Fahrzeug eines aus dem Altbestand ausmustern“, erläutert Klimaschutzbeauftragter Thomas Wziontek. Für den VW e-up wurde der inzwischen 26 Jahre alte dunkelrote VW Golf „in Rente“ geschickt. Die Förderrichtlinie sieht außerdem vor, dass durch die Inbetriebnahme des neuen Fahrzeuges gegenüber dem Altfahrzeug eine CO2-Einsparung von mindestens 70 Prozent gewährleistet sein muss. „Durch den Kauf der Elektro-Fahrzeuge fahren wir sogar 100 Prozent emissionslos“, freuen sich Kauder, Wziontek und Ullrich. Das gilt auch für das Nutzfahrzeug Goupil G4 mit Gitterbox. Der E-Transporter hätte bei einem Schönheitswettbewerb vermutlich keine guten Chancen, auf einem vorderen  Platz zu landen, dafür wird er künftig seinen Teil zum Klima- und Gesundheitsschutz beitragen. Der emissionslose und geräuschlose Einsatz des Fahrzeuges vor allem  auf sensiblen städtischen Grünflächen wird nicht nur der Umwelt, sondern auch den Nutzern der Grünanlagen zugutekommen. Die Leistung des Goupil beträgt 15,4 kw/h und er kostete 28953,85 Euro. 50 Prozent werden auch hier über das BMUB und den Projektträger Jülich gefördert. In Kürze wird für den Transporter noch eine Ladestation am Betriebshof  installiert und ein Altfahrzeug ausgemustert. „Wir haben die ersten Schritte auf dem Weg in die kommunale Elektromobilität getan und sind damit auf einem sehr guten Weg, unsere Ziele im Bereich des Gelnhäuser Klimaschutzkonzeptes, das unter anderem den vermehrten Einsatz emissionsarmer Fahrzeuge im  kommunalen Fuhrpark vorsieht, umzusetzen“, so Kauder.


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