Erlebnis-Pressekonferenz gibt Einblicke in Programm der Stadtrechtsfeier

Einen kleinen Vorgeschmack auf das, was sie bei der Historischen Stadtrechtsfeier vom 12. bis 14. Juni in Gelnhausen erwartet, bekamen heute Journalisten und Sponsoren bei einer Erlebnis-Pressekonferenz in der historischen Altstadt. Bürgermeister Thorsten Stolz und Simone Grünewald, Leiterin des Fachbereichs Kultur und Tourismus, gaben gemeinsam mit Akteuren wie Kaiserin Beatrix (Marah Naumann), dem Marienkirchen-Baumeister Heinrich Vingerhut (Jürgen Steigerwald), den Erlebnisführern Antje Samer und Bernd Samer sowie den Musikanten von „Minnesoda“ Einblicke in das Programm des großen Festes, bei dem die Besucherinnen und Besucher das Mittelalter drei Tage lang hautnah und in all seinen Facetten erleben. Mit der Stadtrechtsfeier erinnert  Gelnhausen alle fünf Jahre an seine Gründung durch Kaiser Friedrich I., auch genannt Barbarossa, im Jahr 1170. Der Bürgermeister dankte dabei ganz besonders den Sponsoren Stadtwerke Gelnhausen, Main-Kinzig-Gas, Kreissparkasse Gelnhausen, VR Bank Bad Orb-Gelnhausen, der Druckerei E. Sauerland und den Freunden und Förderern der Stadtrechtsfeier: „Ohne ihre finanzielle Unterstützung würden wir hier heute nicht sitzen“. Thorsten Stolz wies zudem auf die Möglichkeit hin, Karten bereits im Vorverkauf zu erwerben und die Stadtrechtsfeier damit im Vorfeld zu unterstützen: Etwa am Stand der Stadt Gelnhausen bei der Wächtersbacher Messe vom 9. bis 17. Mai. Die auch in der Tourist-Information am Obermarkt erhältlichen Tageskarten kosten 5 Euro, Wochenendkarten 10 Euro. Kinder und Jugendliche bis einschließlich 16 Jahre haben freien Eintritt.

Begleitet von ihren Fußtruppen ziehen staufischer Adel und Ministeriale vom 12. bis 14. Juni in Gelnhausen ein. Im Stadtgarten über der historischen Altstadt schlagen sie ihr Lager auf und zeigen, wie es sich anno 1250 auf Reisen leben ließ. Dabei dürfen ihnen die Besucherinnen und Besucher der historischen über die Schultern und in die Zelte schauen. Die Akteure des „Deutschen Ritterconvents“, die sich dieser zeitgenössischen Darstellung verschrieben haben, kommen mit 40 Personen nach Gelnhausen. Seit zehn Jahren interpretieren sie die Hochblüte des Rittertums von 1190 bis 1320 und präsentieren historische Begebenheiten auf historischem Boden. Der „Deutsche Ritterconvent“ bildet das Zentrum der Lagergruppen im Stadtgarten. Rund um seine Zelte zeigt er alte Handarbeiten und Handwerk. Das Programm der Historischen Stadtrechtsfeier bereichert der „Deutsche Ritterconvent“ zudem mit Waffen- und Rüstschauen sowie stauferzeitlichen Modenschauen auf dem Obermarkt. „Wir sind ständig bemüht, unsere Ausrüstung in jeder Hinsicht zu vervollkommnen und zu optimieren. Hierbei wird zunächst zumindest eine reelle, rollenbezogene Ausstattung angestrebt, die aber als Endziel später in eine authentische Darstellung münden soll“, umschreibt Bettina Klein vom „Deutschen Ritterconvent“ den Anspruch ihrer Mitstreiter, die aus sechs Bundesländern stammen. Neben der Reiterei „Die Ritter der Löwenbanner“, die seit 1995 vier Mal in Gelnhausen aufgetreten ist, kann der „Deutsche Ritterconvent“ mit bis zu 140 Personen komplexe Situationen aus der Geschichte darstellen. Königskrönungen, Umzüge, Aufzüge, Hoftage, Reichstage und Burgbelebungen sind genauso möglich wie Darstellungen von Bürgern, Handwerkern, Infanterie, Klerus und alle Ebenen des Adels.  

Mit Knud Seckel (Gesang, Drehleier, gotische Harfe, 3-Lochflöte, Dudelsack) von der Gruppe „Minnesangs Frühling“ begleitet ein ausgezeichneter Musikant für hochmittelalterliche Musik und Gesang das Gefolge des „Deutschen Ritterconvents“. Er beschäftigt sich seit 1986 intensiv mit mittelalterlicher Musik. Im In- und Ausland nahm Knud Seckel bei verschiedenen Lehrern Unterricht an der Drehleier, darunter bei Pascal Lefeuvre, Valentin Clastrier, Michael Loibner, Nigel Eaton und Patrique Bouffard. Er studierte Gesang an der EuropaChorAkademie in Mainz sowie von 1994 bis 2000 Romanistik, Kunstgeschichte und Musikwissenschaft in Heidelberg. Sein Interesse gilt dem Mittelhochdeutschen und den historischen Sprachen Südwesteuropas. Knud Seckel  ist der „Minnesänger des Jahres“ von 2007 bis 2009, erhielt in den vergangenen Jahren mehrere Publikumspreise und wirkt seit 2012 auch als künstlerischer Leiter der Botenlaubenfestspiele.

Doch nicht nur zärtlicher Minnegesang ertönt zur Stadtrechtsfeier, auch derbe Rauf- und Sauflieder sind zu hören:  Mit den „Streunern“ kommen die Ikonen der Mittelalter-Szene zur Historischen Stadtrechtsfeier, die sie seit über 20 Jahren mit ihrem Mittelalter-Folk und Texten vom Ketzerischen bis Romantischen, von Liederlichem bis Humorvollen – und nicht zuletzt vom Saufen, prägen. Sie spielen am Freitag, 12. Juni, ein 90-minütiges Konzert und an allen Tagen der Stadtrechtsfeier mehrmals täglich auf unterschiedlichen Bühnen, Plätzen und Gassen in der gesamten Altstadt.  Ebenfalls an allen drei Tagen in Gelnhausen: „Donner Trummel“. Sie entstammen der ostdeutschen Spielmanns- und Musikantenszene, die die mittelalterliche Musik-Szene bis heute maßgeblich anführt. „Donner Trummel“ spielen Musik aus vier Jahrhunderten und aus aller Herren Länder, von Mittelalter bis Barock. Sie bieten handfeste und urig-zünftige Spielmannskunst.  Seit fast 30 Jahren sind aktiv, ein Teil der Musiker weilte schon bei vergangenen Stadtrechtsfeiern  mit „Corvus Corax“ und „Cultus Ferox“ in Gelnhausen. Übrigens: „Donner Trummel“ bauen ihre Instrumente selbst und erzielen so einen absolut eigenständigen Klang.

Ein Konzert spielen auch die aus Gelnhausen kommenden „Luxuria Auris“, die sich seit 2004 der Musik vergangener Zeiten widmen. Der Fokus liegt auf Stücken aus Spanien und Frankreich, aber auch auf keltisch verwurzelter Musik aus Irland, Schottland, Wales und der Bretagne. Die von zahlreichen historischen Veranstaltungen in der Region bekannten „Minnesoda“ spielen ebenfalls an allen drei Tagen auf, genau so wie die „Gellhäuser Spielleut“.

Die Nachstellung des Reichstages von 1180, bei dem Kaiser Barbarossa in Gelnhausen seinem Vetter Heinrich dem Löwen  den Prozess machte, gehört zu den weiter Höhepunkten der Historischen Stadtrechtsfeier. Das Theaterstück der Gelnhäuser „Schelme“ unter Regie von Achim Becke führen die ehrenamtlichen Darsteller aus der Barbarossastadt während der Stadtrechtsfeier fünf Mal auf.

Rund 50 fahrende Händler und Handwerker  machen den Obermarkt zu einem großen Mittelaltermarkt, auf dem sie ihre Waren feil bieten und ihre Künste zeigen. Die Naseweis-Taverne stillt dort die durstigen Kehlen. Familien mit Kindern finden im vorderen Bereich des Stadtgartens eine lehrreiche Erlebniswelt: Die Mädchen und Jungen können dort beispielsweise Kerzen ziehen und Stadtsiegel in Wachs gießen. Die Mitglieder des Geschichtsvereins Haitz flechten seit Wochen Zäune, um möglichst authentisch ihren Beitrag zur Stadtrechtsfeier zu leisten: Der Verein zeigt zahlreiche Tiere, die bereits vor Jahrhunderten in einer Stadt zugegen waren.  Rund um die Marienkirche präsentieren sich zahlreiche Handwerker, darunter ein Steinmetz, ein Lederer, ein Schmied, Instrumentenbauer und ein Brillenmacher. Nicht fehlen dürfen bei der Stadtrechtsfeier die Erlebnisführer der Stadt Gelnhausen, die das Markttreiben mit kurzweiligen, lustigen und informativen Kurzauftritten bereichern.

Zur Bereicherung des mittelalterlichen Treibens trägt auch die evangelische Kirchengemeinde an der Marienkirche bei, die im Wahrzeichen der Barbarossastadt ein ansprechendes Programm bietet. Ein Höhepunkt dabei: Der historische Gottesdienst am Sonntag, 14. Juni, um 10 Uhr. Heinrich Vingerhut, Baumeister des Gotteshauses, berichtet zudem mehrmals täglich von den Strapazen während der Erbauung.

Alle Informationen rund um die historische Stadtrechtsfeier in Gelnhausen finden Interessierte im Internet unter www.facebook.com/gelnhausen.erleben und www.gelnhausen.de. Dort wird Ende nächster Woche auch das komplette Programm zu finden sein, das rechtzeitig zur Stadtrechtsfeier auch als kostenloses Programmheft erhältlich sein wird.

 

 


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