Ideen zur Stärkung der Innenstadt

Kleine und große Ideen gemeinsam erarbeitet – viele Vorschläge befinden sich bereits in der Umsetzung


Die Errichtung eines Wohnmobilstellplatzes, die Öffnung des Parkhauses Stadtmitte am Wochenende, die Erhöhung der Verweilqualität im Ziegelhaus, die Verbesserung der Sauberkeit im öffentlichen Raum, die Einführung kleinerer Stadtbusse oder die Stärkung des Wohnens in der Innenstadt. Diese und viele weitere Ideen haben Bürger der Stadt Gelnhausen im Rahmen eines offenen Bürgerworkshops im Herbst 2014 auf Einladung der Stadt Gelnhausen und des Stadtmarketing- und Gewerbevereins eingebracht. Am Dienstagabend wurden alle Bürger, die sich im vergangenen Jahr beteiligt hatten, zu einem weiteren Treffen eingeladen, um ihnen Rückmeldungen auf ihre gemachten Vorschläge zu geben. „Uns war es wichtig, dass jeder, der an der Veranstaltung im vergangenen Jahr teilgenommen hat, nicht nur einfach ein Protokoll erhält, sondern auf die insgesamt 20 priorisierten Vorschläge auch vernünftige Rückmeldungen erfolgen“, so Bürgermeister Thorsten Stolz und der Vorsitzende des Stadtmarketing- und Gewerbevereins Dr. Alexander Möller.


Im Rahmen des zweiten Treffens wurde vor allem deutlich, dass sich sehr viele Ideen und Vorschläge bereits in der Umsetzung oder aber in der Vorbereitung befinden: So beispielsweise der Vorschlag zum Ausbau von „bett und bike“ im touristischen Bereich. Hier gab es die Rückmeldung, dass es mit dem Grimmelshausen-Hotel, dem Schelm von Bergen und dem Haus Spessartblick bereits erste Angebote in Gelnhausen gibt, die auch bei der zentralen Plattform des ADFC´s erfasst sind. Bereits beschlossene Sache in den städtischen Gremien ist auch die Einführung von kleineren Stadtbussen: Diese erfolgt zum Fahrplanwechsel 2015/2016. Zur Verbesserung der Sauberkeit im öffentlichen Raum werden ab März zehn Saisonkräfte beim Betriebshof eingestellt, wovon zwei Mitarbeiter mit dem Schwerpunkt Altstadt – Ziegelturm – Ziegelhaus und Bahnhof unterwegs sein werden. Ebenfalls beschlossene Sache ist die Einführung des freiwilligen Polizeidienst: Hiervon erhoffen sich die Teilnehmer der Veranstaltung auch einen Beitrag zur Eindämmung von Vandalismus in der Innenstadt. Ein neuer Anlauf soll im Hinblick auf die Aktion „nette Toilette“ erfolgen, die in anderen Städten bereits umgesetzt wird. Hier stellen heimische Gastronomen und Einzelhändler Besuchern und Gästen ihre Toilette kostenfrei zur Verfügung, auch wenn diese nicht direkte Kunden sind. In diesem Zusammenhang wurde berichtet, dass die Touristinformation dies bereits 2008 versucht hat, die Rückmeldungen damals aber gleich null waren. Alle waren sich einig, dass hier ein neuer Anlauf unternommen werden sollte. In Planung befindet sich die Errichtung eines Wohnmobilstellplatzes im Bereich des Kinzigwehrs an der Burgmühle. Im Hinblick auf diesen konkreten Vorschlag wurde aber deutlich gemacht, dass dies in direktem Zusammenhang mit der Bewilligung von entsprechenden Fördermitteln stehe. In Arbeit ist auch die Erarbeitung eines Parkleitsystems für Gelnhausen, um Autofahrer gezielt zu den zentralen Parkmöglichkeiten wie das Parkhaus Stadtmitte oder den Parkplatz auf der Bleiche zu leiten. In den nächsten Tagen werden dazu erste Vorschläge auf dem Tisch liegen, die dann im Magistrat und im Ausschuss für Wirtschaft, Verkehr und Stadtentwicklung beraten werden.


Kontrovers wurde die Gestaltung des Ziegelhauses als Fußgängerzone diskutiert, wobei sich bereits im vergangenen Jahr die sehr deutliche Mehrheit der Teilnehmer gegen die Einführung einer solchen ausgesprochen hatte. Am Dienstagabend wurde der sachliche Hintergrund dargestellt, warum dies realistisch kurz- und mittelfristig ohnehin nicht umsetzbar ist. „Das Ziegelhaus ist eine Landesstraße und keine Stadtstraße. Würde man den Wunsch verfolgen, muss jedem klar sein, dass eine alternative Anbindung über die Kinzig geschaffen werden und durch die Stadt Gelnhausen finanziert werden muss“, machte Bürgermeister Thorsten Stolz deutlich.


Viel Raum in der Diskussion nahm auch die Erhöhung der Aufenthalts- und Verweilqualität im Ziegelhaus ein. Hier zeichnet sich ab, dass der Entwicklung der früheren JOH-Immobilie eine wichtige Bedeutung zukommt, insbesondere wenn es um eine bessere Einbindung des Uferbereichs der Kinzig geht. Hier ergeben sich, egal ob Umbau oder Neubau, Chancen für einen freundlicheren und attraktiveren Bereich nördlich der heutigen Immobilie. Davon ausgehend, sollte nach den Vorstellungen vieler Teilnehmer versucht werden auch ein zusätzliches gastronomisches Angebot in diesem Bereich zu etablieren. Da in diesem Zusammenhang auch Fragen zum Hochwasserschutz aufkamen, erläuterte Bauamtsleiter Günther Kauder den aktuellen Stand des Antrags- und Genehmigungsverfahrens und die geplanten Maßnahmen in Gelnhausen.


Als wichtiger Punkt wurde die weitere Stärkung des Wohnens in der Innenstadt betrachtet. Dies schaffe Nachfrage und Urbanität. An konkreten Beispielen wie die laufende Bebauung des Geländes der früheren Gärtnerei Haldy, des ehemaligen VERITAS-Geländes in der Barbarossastraße oder die Umsetzung von Wohnprojekten im Herzbachweg und im Mühlbachweg werde dies sehr deutlich. Ausdruck dieser Entwicklung ist auch die positive Bevölkerungsentwicklung im gesamten Stadtgebiet von Gelnhausen: zählte die Barbarossastadt 2009 insgesamt 21.496 Einwohner, so sind dies 2014 genau 22.099 gewesen. Auch das frühere JOH-Areal biete eine Chance, Einzelhandel, Dienstleistungen und Wohnen in einer neuen Entwicklung miteinander zu verbinden und zusätzlichen Wohnraum direkt in der Innenstadtlage von Gelnhausen zu schaffen.


Den Wunsch „Gelnhausen stärker ins Bewusstsein zu rücken“, sahen alle Akteure als fortlaufende Aufgabe von Stadt, Stadtmarketing- und Gewerbeverein und der Bürgerschaft an. Als positive Beispiele in diese Richtung wurden hier die Aktion „Kaufe ein in Deiner Stadt“ des Verkehrsvereins oder die Aktion „Sternenpass“  des Stadtmarketing- und Gewerbevereins in der Vorweihnachtszeit genannt. Aber auch alle anderen Veranstaltung des Stadtmarketings wie die Einzelhandelsaktion „Alles uff die Gass“ in Verbindung mit dem Antikmarkt, die Jazztage, verkaufsoffene Sonntage seien wichtige Beiträge um dieses Ziel zu verfolgen. "Unsere gesamten Aktivitäten, auch in Kooperation mit der Stadt, sind genau darauf ausgerichtet. Aber es liegt auch an jedem einzelnen Bürger selbst positiv über unsere Stadt zu sprechen“, so Dr. Alexander Möller.


Die Einbindung der Barbarossastadt in das Tourismuskonzept des Main-Kinzig-Kreises wurde im Zusammenhang mit der „Urlaubsregion Gelnhausen“ thematisiert. Hier wurde deutlich, dass Gelnhausen im neuen Tourismuskonzept den Bereich „Städte, Geschichte und Kultur“ abdeckt. Die Stadt selbst hat sich hier im Zuge der Erstellung des Konzeptes aktiv eingebracht.


Als Chance für die Innenstadt wurde die bevorstehende neue Förderperiode von Spessart Regional bewertet. Hier besteht die Möglichkeit für Existenzgründer, die ihre Schwerpunkte im touristischen Bereich oder in der Nahversorgung sehen, Fördermittel bei Spessart Regional zu beantragen. Voraussetzung ist hier, dass die Investition in der Innenstadt erfolgt. Interessierte Existenzgründer berät die Stadt Gelnhausen gerne und stellt den Kontakt zu Spessart Regional her.


Auch im Hinblick auf den Gesundheits- und Medizinstandort Gelnhausen wurde ein interessanter Vorschlag unterbreitet: Hier wurde vorgeschlagen, eine Verbindung zwischen den vielen Nutzern der medizinischen Dienstleistungen und den Einkaufsangeboten in Gelnhausen zu schaffen.


„Wir sind sehr zufrieden mit den gemachten und dann durch die Bürgerschaft priorisierten Vorschlägen. Diese werden jetzt, neben den Vorschlägen aus dem Lenkungskreis, Bestandteil eines Maßnahmenkatalogs sein, den wir zwischen Stadt und dem Stadtmarketing- und Gewerbeverein noch abstimmen werden. Danach geht es in die Umsetzung, wobei vieles bereits heute schon am Werden ist“, so Thorsten Stolz und Dr. Alexander Möller im Hinblick auf die nächsten Schritte.



Foto: Kleine und größere Ideen zur Innenstadtentwicklung wurden aus der Bürgerschaft vorgetragen. In einer gemeinsamen Veranstaltung der Stadt und des Stadtmarketing- und Gewerbevereins gab es nun die direkten Rückmeldungen, wie mit den einzelnen Vorschlägen konkret umgegangen wird.


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