Polnische Austauschschüler zu Gast in der Barbarossastadt

13 Schülerinnen und Schüler aus dem polnischen Teschen im Alter von 16 bis 19 Jahren besuchen derzeit Gelnhausen. Sie sind zu Gast am Grimmelshausen-Gymnasium (GGG), das seit 1993 regelmäßig Schüleraustausche mit dem Osuchowski-Gymnasium in Teschen pflegt. In Vertretung von Bürgermeister Thorsten Stolz empfing Stadtrat Eugen Glöckner jetzt die Gäste aus Polen im Rathaus. Mit dabei: Die beiden zuständigen Lehrer am GGG, Studienrat Lars Bürker und Oberstudienrat Norbert Bechtold, sowie Pensionär Roland Krischke, der früher den Austausch leitete.

„Gelnhausen war im Mittelalter größer als Frankfurt“, berichtete Glöckner den Schülerinnen und Schülern zur Einstimmung auf die Stadtführung, die sich dem Empfang im Rathaus anschloss und die polnischen Gäste mit der Stadtgeschichte vertraut machte. Er freue sich jedes Mal, wenn junge Leute aus anderen Ländern die Barbarossastadt besuchten, sagte der Stadtrat mit Blick auf die Vergangenheit. Glöckner erinnerte an den Kniefall Willy Brandts am 7. Dezember 1970 in Warschau und betonte: „Es ist eine gute Sache, dass wir heute Freundschaft pflegen. Denn nur davon kann die Welt leben und das ist das wichtigste überhaupt“.

Der Austausch mit Polen bietet den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, sich in besonderer Weise mit der deutschen Geschichte auseinanderzusetzen. „Wir sind der Meinung, dass es nur vor dem Hintergrund der Beschäftigung mit der eigenen Geschichte möglich wird, sich am Ausbau des gemeinsamen europäischen Hauses zu beteiligen“, sagten Lars Bürker und Norbert Bechtold. Lernen durch Kulturkontakt, wie es im Schüleraustausch erfahren werde, solle hier einen wichtigen Beitrag leisten: „In einem Europa, das immer enger zusammenwächst, werden kulturelle Konflikte nicht weniger sondern mehr, wenn wir nicht frühzeitig lernen, das jeweils Andere als Anderes und nicht zugleich Schlechteres wahrzunehmen“.

Teschen ist seit dem Ersten Weltkrieg eine geteilte Stadt zwischen Polen und Tschechien. Die Schülerinnen und Schüler, die Gelnhausen besuchen, belegen Deutsch als zweite Fremdsprache. „Ein Austausch mit einem Land, dessen Sprache man nicht oder nur unzureichend spricht, ermöglicht den Beteiligten, den Blick in besonderer Weise auf die Lebensweisen und das Verhalten des jeweiligen Anderen zu richten und dadurch das Partnerland und dessen Kultur anders, das heißt nicht nur rein kognitiv, zu erleben“, betonte Norbert Bechtold. Deshalb wohnten die Austauschschüler sowohl in Gelnhausen als auch in Teschen stets in Gastfamilien.

Im Laufe der Woche besuchen die polnischen Gäste Frankfurt, Fulda, Speyer und Würzburg, nehmen am Unterricht im GGG teil und genießen am Wochenende den 68. Schelmenmarkt in der Barbarossastadt. Begleitet werden sie von Magistra Anna Broda, der Lehrerin Romana Schmidt-Krol und dem Pensionär Ludwik Rosner, der den Austausch seit 1993 betreute.


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