Stadtrechtsfeier mit Reichstag, großem Lager und den "Streunern"

Die Nachstellung des Reichstages von 1180, bei dem Kaiser Barbarossa in Gelnhausen seinem Vetter Heinrich dem Löwen  den Prozess machte, Musik  von den Mittelalterszene-Ikonen „Die Streuner“, Kulinarisches nach mittelalterlichen Rezepten und ein großes Lager rund um den "Deutschen Ritterconvent": Bei der historischen Stadtrechtsfeier in Gelnhausen vom 12. bis 14. Juni 2015 erleben die Besucher das Mittelalter hautnah und in all seinen Facetten. Alle fünf Jahre verwandeln die Gelnhäuser Bürger ihre historische Altstadt in das stauferzeitliche „Geylenhusen“ und erinnern damit an die Gründung ihrer Stadt durch Kaiser Friedrich I., genannt Barbarossa, im Jahre 1170. Karten gibt es im Vorverkauf in der Tourist-Information am Obermarkt. Tageskarten kosten 5 Euro, Wochenendkarten 10 Euro. Kinder und Jugendliche bis einschließlich 16 Jahre haben freien Eintritt.

„Breites bürgerschaftliches Engagement trägt die Veranstaltung. Vereine und Bürger unterstützen die Stadt Gelnhausen bei der Durchführung und Umsetzung des Stadtfestes, kleiden sich in historische Gewänder und übernehmen ehrenamtliche Dienste während der Feierlichkeiten“, umreißt Bürgermeister Thorsten Stolz das Besondere der Stadtrechtsfeier, deren Neuauflage die Gelnhäuser seit fünf Jahren entgegenfiebern. So verwöhnen die heimischen Vereine Besucherinnen und Besucher am Untermarkt mit Köstlichkeiten nach mittelalterlichen Rezepten. Musiker und Gaukler mischen sich unter das Volk und unterhalten mit mancher Narretei.

Hunderte Bürger beteiligen sich historisch gewandet aktiv am Fest: als Darsteller, Helfer und Statisten. Ein Höhepunkt:  Die Nachstellung des Reichstages von 1180, bei dem Kaiser Barbarossa in Gelnhausen seinem Vetter Heinrich dem Löwen  den Prozess machte. Das Theaterstück der Gelnhäuser „Schelme“ unter Regie von Achim Becke führen die ehrenamtlichen Darsteller aus der Barbarossastadt während der Stadtrechtsfeier fünf Mal auf.

Begleitet von ihren Fußtruppen ziehen staufischer Adel und Ministeriale zur Historischen Stadtrechtsfeier  in Gelnhausen ein. Im Stadtgarten über der historischen Altstadt schlagen sie ihr Lager auf und zeigen, wie es sich anno 1250 auf Reisen leben ließ. Dabei dürfen ihnen die Besucherinnen und Besucher über die Schultern und in die Zelte schauen. Die Akteure des „Deutschen Ritterconvents“, die sich dieser zeitgenössischen Darstellung verschrieben haben, kommen mit über 40 Personen nach Gelnhausen. Seit zehn Jahren interpretieren sie die Hochblüte des Rittertums von 1190 bis 1320 und präsentieren historische Begebenheiten auf historischem Boden. Der „Deutsche Ritterconvent“ bildet das Zentrum der Lagergruppen im Stadtgarten. Rund um seine Zelte zeigt er alte Handarbeiten und Handwerk. Das Programm der Historischen Stadtrechtsfeier bereichert der „Deutsche Ritterconvent“ zudem mit Waffen- und Rüstschauen sowie stauferzeitlichen Modenschauen auf dem Obermarkt. „Wir sind ständig bemüht, unsere Ausrüstung in jeder Hinsicht zu vervollkommnen und zu optimieren. Hierbei wird zunächst zumindest eine reelle, rollenbezogene Ausstattung angestrebt, die aber als Endziel später in eine authentische Darstellung münden soll“, umschreibt Bettina Klein vom „Deutschen Ritterconvent“ den Anspruch ihrer Mitstreiter, die aus sechs Bundesländern stammen.

Mit Knud Seckel (Gesang, Drehleier, gotische Harfe, 3-Lochflöte, Dudelsack) von der Gruppe „Minnesangs Frühling“ begleitet ein ausgezeichneter Musikant für hochmittelalterliche Musik und Gesang das Gefolge des „Deutschen Ritterconvents“. Er beschäftigt sich seit 1986 intensiv mit mittelalterlicher Musik. Im In- und Ausland nahm Knud Seckel bei verschiedenen Lehrern Unterricht an der Drehleier. Sein Interesse gilt dem Mittelhochdeutschen und den historischen Sprachen. Südwesteuropas. Knud Seckel  ist der „Minnesänger des Jahres“ von 2007 bis 2009, erhielt in den vergangenen Jahren mehrere Publikumspreise und wirkt seit 2012 auch als künstlerischer Leiter der Botenlaubenfestspiele.

Doch nicht nur zärtlicher Minnegesang ertönt zur Historischen Stadtrechtsfeier, auch derbe Rauf- und Sauflieder sind zu hören:  Mit den „Streunern“ kommen die Ikonen der Mittelalter-Szene nach Gelnhausen, die sie seit über 20 Jahren mit ihrem Mittelalter-Folk und Texten vom Ketzerischen bis Romantischen, von Liederlichem bis Humorvollen – und nicht zuletzt vom Saufen, prägen. Sie spielen am Freitag, 12. Juni, ein 90-minütiges Konzert und an allen Tagen der Stadtrechtsfeier mehrmals täglich auf unterschiedlichen Bühnen, Plätzen und Gassen in der gesamten Altstadt.  Ebenfalls an allen drei Tagen in Gelnhausen: „Donner Trummel“. Sie entstammen der ostdeutschen Spielmanns- und Musikantenszene, die die mittelalterliche Musik-Szene bis heute maßgeblich anführt. „Donner Trummel“ spielen Musik aus vier Jahrhunderten und aus aller Herren Länder, von Mittelalter bis Barock. Sie bieten handfeste und urig-zünftige Spielmannskunst.  Seit fast 30 Jahren sind sie aktiv, ein Teil der Musiker weilte bereits bei vergangenen Stadtrechtsfeiern  mit „Corvus Corax“ und „Cultus Ferox“ in Gelnhausen. Übrigens: „Donner Trummel“ bauen ihre Instrumente selbst und erzielen so einen absolut eigenständigen Klang.

Ein Konzert spielen auch die aus Gelnhausen kommenden „Luxuria Auris“, die sich seit 2004 der Musik vergangener Zeiten widmen. Der Fokus liegt auf Stücken aus Spanien und Frankreich, aber auch auf keltisch verwurzelter Musik aus Irland, Schottland, Wales und der Bretagne. Die von zahlreichen historischen Veranstaltungen in der Region bekannten „Minnesoda“ spielen ebenfalls an allen drei Tagen auf, genau so wie die „Gellhäuser Spielleut“.

Alle Konzerte sind im Eintritt inbegriffen: Er beträgt 5 Euro pro Tag oder 10 Euro für das gesamte Wochenende. Tages- und Wochenendkarten gibt es beispielsweise vom 9. bis 17. Mai am Stand der Stadt Gelnhausen bei der Wächtersbacher Messe in Halle 20. Sie sind auch jederzeit in der Tourist-Information der Stadt Gelnhausen am Obermarkt erhältlich.  Besonders familienfreundlich: Kinder und Jugendliche bis einschließlich 16 Jahre haben freien Eintritt.

Rund 50 fahrende Händler und Handwerker  machen den Obermarkt zu einem großen Mittelaltermarkt, auf dem sie ihre Waren feil bieten und ihre Künste zeigen. Die Naseweis-Taverne stillt dort die durstigen Kehlen. Die Hauptbühne steht vor der Allee zur Peterskirche, wo die Reichstagsaufführungen der „Schelme“ und Auftritte von Musikgruppen wie „Die Streuner“ in vergangene Jahrhunderte entführen. Seit 20 Jahren prägt diese Formation die Musik der Mittelalterszene wie kaum eine andere. Die fünfköpfige Band besticht durch ihre mitreißende Darbietung und ihre einfallsreichen Arrangements. Die Texte reichen vom Ketzerischen bis zum Romantischen, vom Liederlichen bis zum Humorvollen – und nicht zuletzt handeln sie ganz einfach vom Saufen. In Gelnhausen spielen die „Streuner“ am Freitagabend ein 90-minütiges Konzert und unterhalten zudem über alle Markttage verteilt mit mehreren Auftritten täglich. Bei der historischen Stadtrechtsfeier mit dabei sind zudem unter anderem „Luxuria Auris“ und die „Gellhäuser Spielleut“.

Familien mit Kindern finden im vorderen Bereich des Stadtgartens eine lehrreiche Erlebniswelt: Die Mädchen und Jungen können dort beispielsweise Kerzen ziehen und Stadtsiegel in Wachs gießen. Die Mitglieder des Geschichtsvereins Haitz flechten seit Wochen Zäune, um möglichst authentisch ihren Beitrag zur Stadtrechtsfeier zu leisten: Der Verein zeigt zahlreiche Tiere, die bereits vor Jahrhunderten in einer Stadt zugegen waren.

Rund um die Marienkirche präsentieren sich zahlreiche Handwerker, darunter ein Steinmetz, ein Lederer, ein Schmied, Instrumentenbauer und ein Brillenmacher. Die Lesehilfe gibt es nämlich schon länger, als man glauben mag: Die älteste Darstellung einer Brille stammt aus dem 14. Jahrhundert. In der Marienkirche bereichert die evangelische Kirchengemeinde die Stadtrechtsfeier mit einem speziellen Programm.

Nicht fehlen dürfen bei der Stadtrechtsfeier die Erlebnisführer der Stadt Gelnhausen, die das Markttreiben mit kurzweiligen, lustigen und informativen Kurzauftritten bereichern. Ebenfalls mit dabei: die jungen Akrobaten aus der städtischen Jugendarbeit, die Einrad- und Artistikgruppe „Moving Artists“. Premiere feiert zur Stadtrechtsfeier ein neuer Staufer-Rundgang durch das historische Gelnhausen, den der Verkehrsverein konzipiert.

Wer sich die passende Gewandung für die Stadtrechtsfeier zulegen möchte, kann sie gemeinsam mit den Eintrittskarten in der Tourist-Information am Obermarkt erwerben: Dort werden in Kooperation mit dem „Ritterladen“ Ausstattungen für Recken und Maiden mit zehn Prozent Rabatt verkauft – sicherlich auch ein schönes Ostergeschenk. Weitere Informationen dazu erhalten Interessierte bei den Mitarbeiterinnen der Tourist-Information unter der Telefonnummer 06051/830-301.

Weitere Informationen zur historischen Stadtrechtsfeier vom 12. bis 14. Juni 2015 finden Interessierte im Internet unter www.gelnhausen.de und www.facebook.com/gelnhausen.erleben.


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