Bauzeit

Im Gegensatz zur Stadtgründung im Jahre 1170 ist für den Baubeginn der Pfalz keine urkundliche Nachricht überliefert. Wahrscheinlich oberhalb der jetzigen Stadt gelegen, bestand schon vor 1170 eine damals dem Erzbischof von Mainz gehörende Burg, die später Kaiser Friedrich Barbarossa an sich brachte. Es muss damit gerechnet werden, daß sich die urkundlichen Erwähnungen einer Burg Gelnhausen aus den 80er Jahren des 12. Jahrhunderts auf diese ältere Burg beziehen. Es gibt keine stauferzeitliche Urkunde, die unwiderlegbar die Existenz der Pfalz auf der Kinziginsel beweist.

Allein das Bauwerk kann etwas über seine Entstehungszeit aussagen. Seit 1966 gibt es diesen Beweis: Der Eichenpfahlrost, auf dem die Bauten der Kernburg errichtet worden sind, entstand an der Westseite nicht wesentlich vor 1182. Ein im Frühjahr dieses Jahres gefällter Baum wurde hier verbaut. Wenn man das Ergebnis von Pfahlrostuntersuchungen, nach denen sich eine Fundamentierungs- und Baufolge von Westen nach Osten ergibt, mit der Annahme verbindet, der gefundene Pfahl von 1182 sei nicht unbedingt der erste gewesen, kommt man ziemlich genau auf einen Beginn der Gründungsarbeiten um das Jahr 1180.

Die überraschend genaue Datierung war möglich, weil die Methode der Dendrochronologie Möglichkeiten geschaffen hat, bei Eichenhölzern, sofern sie die nötige Anzahl von Jahresringen aufweisen, anhand dieser Jahresringe das Jahr der Fällung festzulegen. Die Abfolge der Arbeiten von West nach Ost würde auch den Verhältnissen auf der Kinziginsel entsprechen: Man hat von der stadtnäheren und über eine Brücke zugänglichen freien Westhälfte her in die engere Flußschlinge der Ostseite hineingebaut. Nach Berechnungen dauerte der Einbau der für erforderlich gehaltenen 18.000 bis 20.000 Pfähle etwa 15 Jahre. Gleichzeitig und einige Jahre länger laufend müßte man die eigentlichen Bauarbeiten ansetzen. Selbst wenn man einen - sehr wahrscheinlichen! - kürzeren Bauvorgang unterstellt, käme man mit der Vollendung der Pfalz frühestens in die Jahre um 1192/95. Und hier könnte tatsächlich die historische Überlieferung eine Stütze bieten, denn Kaiser Heinrich VI, der Sohn Friedrich Barbarossas, hielt sich 1190 und dann nach 1192 häufig in Gelnhausen auf.

Eine Datierung der Bauzeit in die Jahre zwischen 1180 und 1195 ist nach dem gegenwärtigen Forschungsstand gut begründet. Die Einordnung der Pfalz in die Kunstgeschichte des späten 12. Jahrhunderts wird durch eine solche, vom Bau her gewonnene Datierung überzeugender, als durch die 1965 von Günther Binding behauptete Entstehung zwischen 1159 und 1170. Die Pfalz Gelnhausen ist von Kaiser Friedrich Barbarossa geplant, begonnen und in wesentlichen Teilen auch vollendet worden. Völlig fertiggestellt wurde sie aber erst nach Friedrichs Tod unter Kaiser Heinrich VI. Er war der erste Kaiser, der die Pfalz ihrer Funktion entsprechend benutzen konnte.

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