Innenausstattung

Es entspricht mittelalterlichem Proportionsgefühl, wenn die Fassade in der Breite nicht symmetrisch aufgeteilt ist. Man dachte von der Innenaufteilung her und daraus ergab sich zwar ein halbwegs mittiger Eingang, aber eben nur halbwegs, denn die Funktion der beiderseits unterzubringenden Räume war unterschiedlich und deswegen mußten auch die Räume unterschiedlich groß sein; dies wirkte sich wiederum auf die Fensterarkadenlänge aus. Die Innenräume beeinflußten also ganz wesentlich die Fassadengestaltung.

Im Erdgeschoss überliefert die Grabung die Raumaufteilung: Quadratischer kleiner Vorraum, links und rechts ein Gang an der Hofseite; im westlichen Teil zwei Räume, im östlichen ein zweischiffiger Saal mit Pfeilerstellung. Die Fenster, nach aussen schlitzförmig verengt, konnten notfalls auch der Verteidigung dienen. Viel Licht ließen sie nicht in die Räume kommen. Trotzdem handelte es sich nicht um Keller, sondern um Räume für Gefolge. Die Räume hatten Balkendecken. Der Boden war mit Sandsteinplatten belegt. Der westliche Gang führte zum Höfchen, der östliche zum anschließenden Gebäude. Die Innenwandverzahnungen an der Hofwand sind nicht ursprünglich.

Das erste Obergeschoss hatte auf den Substruktionen des Erdgeschosses die gleiche Aufteilung. Über eine Holztreppe, die zugleich den unteren Eingang verdeckte, kam man durch das Kleeblattbogen-Portal in einen hinter den Arkaden verlaufenden Gang. Im westlichen Teil lagen hinter dem Gang die beiden Kaiserzimmer, das innere mit einer doppelbogig überspannten Fensternische mit Ecksäulen und Sitzbänken, das äußere mit einer Schranknische. Wenn das Eckzimmer nicht in der Giebelwand ein Fenster gehabt hat, erfolgte die Beleuchtung über den Gang durch die hofseitige Arkade. In nicht mehr zu rekonstruierender Beziehung zu diesen Räumen stand der hier vor die Ringmauer gebaute Abort.

Im östlichen Teil des Geschosses lag der Saal der Kaiserwohnung. Hier bestand keinesfalls eine feste Wand zwischen Gang und Raum, sondern eine ähnliche Arkadenfolge wie an der Aussenwand, durch die der Saal erhellt wurde. Von der Ausstattung ist die ungemein reich geschmückte Kaminanlage an der Nordwand in wesentlichen Teilen erhalten, leicht nach Westen aus der Mitte verschoben. Vom Kamin sind die Seitenwangen mit den stützenden Dreiviertelsäulen vorhanden. Charakteristisch sind die geschuppt ornamentierten Schäfte. Darauf saß der Kaminmantel mit dem Rauchabzug; ein langer waagerechter Kämpferstein schloss die Kaminöffnung. Die rückwärtige Kaminrundung ist später geschlossen worden. Die Kapitelle ähneln mit ihrer Palmettenblattornamentik den entsprechenden Kapitellen der Kapelle. Für die Datierung der einzelnen Gebäude ergibt das wiederum, dass sie zeitlich eng zusammengehören. Neben dem Kamin sind die mit reicher Flechtwerkornamentik gearbeiteten Rückenlehnen zweier Sitze angebracht.

Die Vermutung ist sicher berechtigt, hier die besonders hervorgehobenen Sitze des Kaisers und der Kaiserin zu sehen. Die Halbbogenöffnungen darüber, mit Zickzackornament nur links erhalten, werden als Nischen, vielleicht auch als Fenster gedeutet. Der Saal war zweischiffig. Beide Schiffe wurden durch zwei Säulen getrennt. Wie in allen Räumen gab es auch hier eine Balkendecke. Die Fensterarkaden zeigen keine Verschlussvorrichtungen. Daraus ist zu folgern, daß im Winter nur die Öffnungen der Innenwand zwischen Gang und Saal zu verschließen waren, wobei allerdings nicht an helles Glas gedacht werden darf.
Über die Aufteilung des zweiten Obergeschosses lässt sich nichts sagen. Der hier anzunehmende durchgehende Reichssaal hatte den einzigen Zugang über die enge Treppe zwischen Kapelle und Palas. Auch das erste Obergeschoß war mit seinem Gang an diese Treppe angeschlossen, seine Tür bildet heute einen der beiden Zugänge zur Kapelle über die ursprüngliche Treppe. Von einem Kamin im Reichssaal, ähnlich dem teilweise erhaltenen im ersten Obergeschoß, sind die Seitenwangen mit Flechtwerkornamentik in Altenhaßlau erhalten.

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