Kapelle

Die zweischiffig angelegte Kapelle über der Torhalle hat im Gegensatz zum Erdgeschoß eine sehr reiche, in die Mauermasse raumhaltig durch Nischenbildung eingreifende Wandgestaltung. Die einzelnen Nischen sind durch Pfeilervorsprünge getrennt, vor denen Halbsäulen als Auflager für die Gewölbegurte stehen, flankiert von Dreiviertelsäulen, die Gewölbegrate und Gewölberippen trugen. Die östlichen Doppeljoche, auch in der Wandgestaltung etwas abweichend, waren mutmaßlich gratgewölbt. Das Kapitell der östlichen Mittelsäule ist in der Torhalle erhalten. Ein im Lapidarium verwahrter Gewölbeschlussstein aus dem Westteil der Kapelle zeigt, daß die vier westlichen Doppeljoche mit Kreuzrippengewölben von der Wölbtechnik der beiden östlichen abwichen.

Da wir uns in den späteren 80er Jahren des 12. Jahrhunderts noch in einer Entwicklungsperiode der Rippenwölbung befinden, ist unterschiedliche Wölbung eines Raumes nicht undenkbar. Der jetzige Altar entspricht nicht mehr dem Altar des 12. Jahrhunderts. Die Pforte in der Südseite zum Torturm und Wehrgang gehört jedoch in die Bauzeit. Die Kapitelle der Kapelle zeigen sämtlich die Form des Kelchblocks. Verschiedene Ausführungen vom starren Block auf geschweiftem Unterteil bis zu Bildungen, die beide Teile zu einer insgesamt mehr kelchförmigen Gestalt verschliffen zeigen, deuten auf mehrere Bildhauer. Am schönsten ornamentiert sind die Kapitelle mit den Palmettenblättern, die offensichtlich alle von der gleichen Hand gearbeitet worden sind. An der Ostfassade des Torhallen-Baues zeigt das rechte Kapitell diesen Schmuck ebenso wie die großen Kapitelle an der West-, Süd- und Nordwand der Kapelle. Diese Übereinstimmung beweist, dass der gesamte Torbau aus einem Guss entstand und dass die etwas schwerfälligeren Würfelkapitelle der Torhalle zwar eine ältere Stilstufe, nicht aber eine frühere Bauzeit verraten. Die mehr verschliffenen Kapitellbildungen werden von großen, wenig durchgestalteten, an den Ecken eingerollten Blättern bestimmt. An der Westwand hat sich dieser Gedanke bildnerisch so verselbständigt, dass eine merkwürdige Form dabei herausgekommen ist, nach deren Erscheinungsbild man derartige Kapitelle Eulenkopfkapitelle nennt. Bei einem anderen Kapitell sind die Stengel besonders ausgeprägt, wie Bänder mit aufgereihten kleinen Klötzchen („diamantiert").

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