Ringmauer

Mit der Planung um 1180 gehört die Kaiserpfalz Gelnhausen in die große Zeit des staufischen Burgenbaues mit Buckelquadern, der den Bauwerken ein besonders trutziges Aussehen vermittelt. Die Pfalz ist eine der Anlagen, in denen diese Technik am überzeugendsten überliefert ist. Im Gegensatz zu späteren Burgen mit einer Vielzahl von Verteidigungseinrichtungen beschränkt sich die Kaiserpfalz auf die Ringmauer, den Torturm und die schützende Insellage.

Die bis auf ein kleines Stück vor dem Torturm vollständig im Umfang erhaltene Ringmauer ist eines der bemerkenswertesten Zeugnisse staufischer Wehrarchitektur. Ihre durchgehende Buckelquaderung monumentalisiert sie selbst im ruinösen Zustand, in dem der obere Abschluß fehlt. Man muß sich diese gewaltige, abgesehen von der Nordseite kaum durchbrochene Mauermasse in einer Zeit vorstellen, in der selbst in den wenigen Städten außer Kirchen und dem beginnenden Stadtmauerbau kaum Steinbauten existierten, um die Wirkung gerade der Stauferbauten auf die Menschen des 12. und 13. Jahrhunderts zu ermessen.

Die Mauer ist durchschnittlich zwei Meter stark. Nach außen und innen zeigt sie Buckelquader, dazwischen Füllmauerwerk. Am Ausbruch vor dem Torturm ist der Aufbau gut zu sehen. Wo die Ringmauer zugleich Rückwand von Gebäuden ist oder war sind die Buckelquader teilweise geglättet. Die Mauer war ursprünglich höher. Ein Wehrgang mit Zinnen schloß sie ab. An der Westseite des Torturmes zeigt eine Rundbogenpforte die Höhe, auf der der Wehrgang verlief.

An der Südseite wird die Mauer im Bereich der hier einst vorhandenen Gebäude von zwei Aborterkern durchbrochen, die über dem an die Mauer herangeführten Kinzigarm geöffnet waren.

Zwei Pforten an der Nord- und Ostseite gehören einer späteren Zeit an. Ursprünglich sind aber die Fenster im Bereich des Palas und eines anstoßenden Wohngebäudes. Ursprünglich ist auch die rundbogige Öffnung, etwa 4 m hoch, in der Ostmauer.

Die einzige ursprüngliche ebenerdige Öffnung ist das Rundbogenportal an der schmalen Westseite, das von der Vorburg den Zugang in die Kernburg-Torhalle bildete. Auffällig ist, dass keine zusätzlichen Schutzvorrichtungen, wie Zugbrücke oder Fallgatter vorhanden waren. Man verließ sich offensichtlich auf die Insellage und auf die Vorburg. Später arbeitete man die Buckelquader über dem Tor ab und brachte einen Gußerker an, eine sogenannte Pechnase. Von dieser Verteidigungseinrichtung zeugen noch vier Konsolsteine. Die darüber befindliche Tür gehörte zum Gußerker. Nördlich ist die alte Wandgestaltung erhalten.

Bereits im späteren Mittelalter ist von Schäden zu hören, die sich aus der Fundamentierung ergaben. Der Pfahlrost konnte nur solange tragfähiger Untergrund sein, wie er vollständig im Wasser lag. Wechselnder Grundwasserstand, bedingt durch wechselnde Kinzighöhe führte dazu, daß Teile des Holzes verfaulten und dadurch Mauersetzungen. und -verschiebungen eintraten. Vor allem an der Westseite, wo besonders viel Mauermasse zusammenkam, müssen die Schäden erheblich gewesen sein. Die Strebepfeiler an der West-Süd und Ostseite der Ringmauer sollten Einstürze verhindern.

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