Torturm

Der Torturm entspricht in seiner Mauertechnik der Ringmauer. Der ursprünglich einzige Zugang erfolgte durch die hofseitig etwa 7,5 m hoch liegende Pforte über eine Leiter. Diese Konstruktion weist dem Turm die Rolle des Bergfriedes zu, die er im Rahmen der Gesamtplanung zunächst nicht hatte. Über der Pforte ist ein Kopf aus dem Schlussstein des Bogens herausgemeißelt. Mit hervorquellenden Augen maskenhaft starr ist das Bild hier mehr als eine dekorative Zier. Schon die Antike kannte solche Gebilde, denen eine Abwehrfunktion zugeschrieben wurde, gegen böse Geister, gegen den Feind schlechthin. Symbolhaft erfüllt die Maske über dem Zugang zum festen Turm auch hier eine derartige Aufgabe.

Der Turm ist nach Bodenuntersuchungen begonnen worden, als zwar der Pfahlrost der Westseite bereits fertig war, aber das einheitliche Hofniveau der gesamten ausgeführten Anlage noch nicht feststand. Auch die über der Erde möglichen Beobachtungen zeigen, daß der Turm anfänglich nicht zu der Pfalzplanung gehörte, von der wir Ringmauer, Palas, Torhalle und Bergfried-Rundfundament überliefert haben, sonst hätte man ihn besser mit der Ringmauer verbunden. Zwischen Turm und Mauer hat man nachträglich versucht, einen Ausgleich zu schaffen. Ein großer zeitlicher Unterschied zwischen Turmbeginn und Festlegung des einheitlichen Hofniveaus besteht allerdings nicht, da vor der Fundamentierung des Turmes oder gleichzeitig die Fundamentierung der westlichen Ringmauer durch den Pfahlrost erfolgte, aus deren Bereich der 1182 datierte Pfahl stammt. Der runde Bergfried im östlichen Hof geht bereits vom neuen Hofniveau aus. Damals sollte der Torturm die ihm vor der ausgeführten Planung zugedachte Funktion als Bergfried nicht ausüben. Der neue Bergfried wurde jedoch nicht gebaut, so dass der Westturm eine Doppelfunktion als Torturm und Bergfried erhielt.

Unregelmäßigkeiten in der Schichtenfolge des Buckelquadermauerwerks an der Torhallen-Hofecke deuten darauf hin, daß ein Teil der schon aufgemauerten Nordwand abgebrochen worden ist, als Torhalle und Kapelle zwischen Turm und Südwestecke des Palas eingefügt wurden. Zusammen mit Pforte und Treppe in der Nordwand zur Kapelle über der Vorhalle erfolgte der Wiederaufbau.

Mit den für 1431 verbürgten schweren Schäden und ihrer Behebung scheinen Veränderungen im ursprünglichen Mauerwerk der oberen Turmteile in Verbindung zu stehen. Es muss damit gerechnet werden, dass damals der gesamte obere Turm über dem ursprünglichen Zugang abgerissen und mit den alten Steinen wieder aufgebaut worden ist. Aus dieser Zeit stammt der auf Konsolen vorkragende Erker an der Südostecke, die jetzige Aussichtsplattform. Der Turm war im 12. Jahrhundert ohne Zweifel höher, von der Mauermasse und Monumentalität her zumindest höher geplant.

Im Erdgeschoß des Torturmes befindet sich das Lapidarium. Der Durchbruch entstand 1860. Es enthält Bauteile, die im Laufe der Zeit gefunden worden sind. Manche Stücke stammen von Häusern außerhalb der Kernburg, die seit dem späteren Mittelalter immer wieder als Steinbruch benutzt worden ist.

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