Raumkonzepte und Innenausstattung

Die Schönheit der Raumkonzeption der St. Peterskirche entfaltet sich für den Besucher am wirkungsvollsten vom hinteren Teil des Langhauses aus. Der Blick faßt rechts und links die schlichten, schon leicht gespitzten Arkaden des dreischiffigen, basilikalen Langhauses mit den sie tragenden Rundpfeilern; während von hier aus das Querschiff noch nicht einsehbar ist, liegen der mächtige romanische Triumphbogen, der Altarraum und der filigran gearbeitete Lettner, den eine beherrschende Kreuzigungsgruppe krönt, voll im Blickfeld. Optisch erfährt das Bildnis des leidenden Christus am Kreuz seine Überhöhung durch die Darstellung des in seiner Herrlichkeit thronenden Richters und Herrn in der Rosette der Chorwand.

Die Kapitelle des Triumphbogens geben Zeugnis von der meisterlichen Steinmetzkunst der Spätromanik; ein Einzelstück unter den romanischen Kapitellen, das bei den Sanierungsarbeiten der 30er Jahre gefunden wurde, ist heute als Portativ des Tabernakels in den Lettner eingefügt.

Die Gestaltung des Altarraumes mit Altar und Ambo sowie dem Lettner mit Kreuzigungsgruppe sind ein Werk des Bildhauers Hubert Elsässer, Gröbenzen bei München, 1983. Altar und Ambo tragen stilisiert die Symbole des Herrenmahles: die Weinrebe und die Kornähre, Sinnbilder von Wein und Brot. Eucharistie als Herrenmahl hat auch die künstlerische Ausgestaltung des Altars ideell beeinflußt; er ist als Tisch ausgeformt.

Der Lettner will neben seiner architektonisch-gestalterischen Funktion mit der ihn krönenden Kreuzigungsgruppe das Erlösungswerk Jesu Christi in den Kirchenraum bildhaft hereinholen. Der leidende Christus trägt nicht, wie in vielen bildlichen Darstellungen der Romanik, die Königskrone als Zeichen seines himmlischen Königtums. Er ist auch nicht der geschundene, mit einer Dornenkrone verunstaltete Schmerzensmann. Der zeitgenössische Künstler gibt dem Kruzifixus die Würde eines verklärten Erlösertodes und spricht damit den betenden Menschen der Gegenwart in besonderer Weise an: Leiden und Tod wandeln den Menschen zur Würde des verklärten Jüngers Jesu. Maria, die Mutter Jesu, und der Apostel Johannes, der Lieblingsjünger des Herrn, stehen in der verkrampften Haltung von uns Menschen unter dem Kreuz. Für sie sind nur das Leid und der Tod Jesu ursprünglich erfahrbar, aber unfaßbar.

Die Fenster in der St. Peterskirche zu Gelnhausen wurden im Jahre 1962 eingebaut. Gegenständliche Darstellungen finden sich in der Rosette der Chorwand und im Zentralfenster der Langhauswestwand.

Hinter dem Altarraum erhebt sich der Lettner mit seiner Kreuzigungsgruppe, Symbol des Erlösertodes Jesu. Darüber leuchtet in der Rosette der thronende Christus in seiner Herrlichkeit als Anfang und Ende, als Richter über Lebende und Verstorbene, als Herr des endzeitlichen Gottesreiches.

Das Westfenster des Langhauses nimmt thematisch in einer Bildfolge das biblische Verständnis von Kirche auf. Im Fischblasenornament wird das Himmlische Jerusalem mit dem Lamm und dem Lebensbaum abgebildet sowie die vier Ströme aus den vier Windrichtungen. Die Darstellungen gründen auf der Geheimen Offenbarung des Johannes. Das Himmlische Jerusalem symbolisiert das endzeitliche Gottesreich. Das Lamm verkörpert Jesus Christus, den die Heilige Schrift als unschuldig geopferten Gottessohn begreift, als das "agnus dei", das Lamm Gottes.

Der Lebensbaum greift das ursprüngliche Bedürfnis des Menschen nach Nahrung auf, um zu existieren. In das endzeitliche Gottesreich findet nur der im Sinne der Bibel Gerechte einen Eingang und eine Existenzberechtigung sowie eine Existenzmöglichkeit.

Die vier Ströme und die vier Windrichtungen symbolisieren die Berufung aller Menschen aus allen Kontinenten der Erde zur Teilhabe am endzeitlichen Gottesreich. Wasser und Wind als naturhafte Elemente können dem Menschen nützen und schaden. Vor Errichtung des Gottesreiches bindet der Herr sie um der Gerechten willen; aber er nutzt sie auch, um Gerechte und Ungerechte voneinander zu scheiden.

Auf dem Weg zum endzeitlichen Gottesreich übernimmt in unserer Welt die Kirche die Anleitung der Gläubigen und Gerechten. Als Gerechte im biblischen Sinne gelten die Menschen, die dem Bösen und der Verhaftung im Diesseits widerstehen.

In der linken Seite des Westfensters werden Szenen aus der Begegnung Jesu mit Simon Petrus zur Thematik "Kirche im Diesseits" dargestellt: Richteramt, Lehramt und Missionsaufgabe der Kirche finden im Papsttum ihre Entsprechung.

Die Kirche im Diesseits, die Gemeinschaft der Gläubigen, kämpft gegen das Böse und Dämonische in der Welt. Die rechte Seite desWestfensters des Langhauses ist dieser Thematik gewidmet. Die Kirche (Ekklesia) im Diesseits erscheint als Frau, die mit der Macht und Schönheit des Universums bekleidet ist; sie nimmt den Kampf mit dem Bösen in der Welt auf und führt die Gerechten sieghaft in das endzeitliche Gottesreich ein.. Das endzeitliche Gottesreich erreichen die Menschen, die in Erfüllung eines Glaubenslebens nach der Lehre der Kirche und im Kampf gegen das Böse und Satanische in dieser Welt erfolgreich sind.

Das Maßwerk des westlichen Zentralfensters und der flankierenden Fenster der Seitenschiffe dürften um die Mitte des 15. Jahrhunderts entstanden sein.

Beachtenswert ist auch der Kreuzweg, der an den Stirnseiten der Querhausarme zu betrachtendem Gebet einlädt. Die Hinter-Glas-Bilder wurden um 1800 von einem Mitglied der Malerfamilie Wittmann aus Neukirchen beim Hl. Blut in der Oberpfalz geschaffen.

Die Qualität des Orgelwerks und die ausgezeichnete Akkustik des Kirchenraumes Prädestinieren die St. Peterskirche zu Gelnhausen für erlebnisreiche Orgelkonzerte.

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