Stadt mietet altes Kreiswehrersatzamt als Flüchtlingsunterkunft an

Zur Aufnahme weiterer Flüchtlinge hat die Stadt Gelnhausen jetzt das ehemalige Kreiswehrersatzamt im alten Kasernengelände von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BiMA) angemietet. Grund: Im Herbst erwartet die Barbarossastadt weitere Flüchtlinge und Asylbewerber, die ihr vom Main-Kinzig-Kreis zugewiesen werden. Aktuell beherbergt Gelnhausen in zwei Gemeinschaftsunterkünften und angemieteten Wohnungen 150 Flüchtlinge, von denen weit über 80 Prozent aus Syrien stammen.

„Wir wollen handlungsfähig bleiben und die Aufnahme der Flüchtlinge selbst steuern, damit wir nicht irgendwann Menschen in Zelten oder Wohncontainern auf Gewerbeflächen oder in städtischen Hallen unterbringen müssen“, begründet Bürgermeister Thorsten Stolz die vom Magistrat verfolgte vorausschauende Planung, die jetzt in der Anmietung einer dritten Gemeinschaftsunterkunft mündete. Denn in den Unterkünften am „Schandelbach“ und im „Galgenfeld“ seien die Kapazitätsgrenzen erreicht. „Wir wollen diese Einrichtungen nicht überbelegen, das ist eine ganz bewusste Entscheidung von uns als Stadt“, betont der Rathauschef in diesem Zusammenhang.

Auch bei der Betreuung der Asylbewerber setzt der Magistrat auf seinen bewährten Kurs:  Während die Flüchtlinge in der Unterkunft am „Schandelbach“ seit 2013 in Kooperation mit dem Diakonischen Werk/evangelischer Kirchenkreis und die in der Unterkunft „Galgenfeld“ seit Juni 2015 in Kooperation mit der Caritas betreut werden, hat die Stadt für die neue Sammelunterkunft eine Kooperation mit dem Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) auf den Weg gebracht. „Die begleitende Sozialarbeit dieser Kooperationspartner ist mit ein Grund, warum die Integration der Flüchtlinge in Gelnhausen so reibungslos und ohne Probleme funktioniert“, weist Bürgermeister Stolz auf den hohen Stellenwert einer adäquaten Betreuung der oft traumatisierten Menschen hin. In diesem Zusammenhang dankt er dem DRK für die guten und konstruktiven Gespräche in den letzten Tagen.

Das Bauamt der Stadt Gelnhausen stellt jetzt die zeitnahe Bezugsfertigkeit des alten Kreiswehrersatzamtes her. „Es müssen sanitäre Einrichtungen und Küchen ergänzt werden“, berichtet der Rathauschef.

„Egal, wie man bundespolitisch zu diesem Thema steht, wir als Stadtgesellschaft müssen uns dieser Herausforderung stellen. Mit 22185 Einwohnern und unserer gesunden Struktur wird uns das auch bei 200 Flüchtlingen problemlos gelingen“, ist Thorsten Stolz von einem weiterhin guten Miteinander von Flüchtlingen und Gelnhäusern überzeugt. Er betont: „Wichtig ist dabei, dass wir uns wappnen, so wie mit der jetzt erfolgten Anmietung des alten Kreiswehrersatzamtes geschehen, und nicht blauäugig in diese Situation hineingehen“.

Ein großes Lob spricht der Magistrat einmal mehr den Kirchengemeinden, den islamischen Gemeinden, den zahlreichen ehrenamtlichen Bürgerinnen und Bürgern sowie den in Gelnhausen ansässigen Organisationen aus, die konkrete Hilfe leisten. „Ich bin sehr froh, dass die überwiegende Mehrheit der Gelnhäuser Verständnis für die Menschen hat, die zu uns kommen“, freut sich der Bürgermeister. So gehen die Hilfsangebote für die Flüchtlinge in Gelnhausen weit über Unterbringung in Wohnungen hinaus. Deshalb möchte die Stadt die in Gelnhausen lebenden Asylbewerber und die große Schar von Bürgern, die sie bereits in den vergangenen Wochen mit zahlreichen Sachspenden und Hilfeleistungen unterstützten, regelmäßig direkt zusammen bringen und die zielgerichtete Weitergabe von Spenden an die Flüchtlinge und Asylbewerber optimieren: Aus diesen Gründen findet am Samstag, 26. September, 15 bis 17 Uhr, der erste Flüchtlingsflohmarkt in der Stadthalle statt. Dort soll der Schwerpunkt auf Herbst- und Winterkleidung sowie Fahrrädern, speziell auch für Kinder, liegen. Sie werden derzeit am dringendsten benötigt.

Wer bei diesem ersten Flüchtlingsflohmarkt also Herbst- und Winterkleidung oder Fahrräder an Flüchtlinge verschenken möchte, meldet sich bis 18. September bei Heike Nachtigal, Tel. 06051/830-126, E-Mail: h.nachtigal@gelnhausen.de, oder Anke Veith-Deussinger, Tel. 06051/830-124, E-Mail: a.veith@gelnhausen.de, verbindlich an. Bei ihnen erhalten Interessierte auch weitere Informationen. Wichtig zu wissen: Der Flüchtlingsflohmarkt ist keine kommerzielle Veranstaltung, alle Hilfsgüter sind Sachspenden. Die Veranstalter weisen darauf hin, dass die Stadt Spenden, die keine Abnehmer finden, nicht einlagern kann. Sie müssen wieder mit nach Hause genommen werden.


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