Magistrat beschließt Öffnung des Barbarossabads | Gelnhausen

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Magistrat beschließt Öffnung des Barbarossabads

Die Lockerungen der Landesregierung im Bereich der sozialen Kontakte ermöglicht es auch das Gelnhäuser Barbarossabad zu öffnen. Der Betrieb kann ab dem 1. Juli unter Auflagen wiederaufgenommen werden, so beschloss es der barbarossastädtische Magistrat in seiner Sitzung am Dienstag. Im Vorfeld gab es bereits eine ganze Reihe von Überlegungen, wie das Bad unter Einschränkungen geöffnet werden kann. Bürgermeister Daniel Chr. Glöckner: „Ursprünglich war die Öffnung wie üblich für den 1. Mai 2020 vorgesehen. Schon sechs Wochen vor diesem Termin war uns klar, dass dieses Jahr alles anders sein wird. Auf klare Aussagen durch die Landesregierung konnte wir uns nicht verlassen, deshalb haben wir entsprechende Vorbereitungen getroffen, um dann nicht lange warten zu müssen, wenn das OK kommt.“ Doch wie alle anderen musste man warten. Dies sei auch der Grund gewesen, weshalb die Möglichkeit bestand, die Saisonkarten zurückzugeben. Die noch nicht umgetauschten Karten können nun behalten werden.

Dann sei die erste Öffnung für die Sportvereine möglich gewesen. „Hier hatte die Landesregierung wieder nicht an jene gedacht, die die Bäder betreiben“, so der Rathauschef, „denn die Telefone standen bei uns nicht mehr still und wir bekamen unzählige E-Mails, warum nicht auch für die „normalen“ Schwimmbadgänger geöffnet werden könne.“ Das Land habe in der Kommunikation wieder mal die vielen Einschränkungen eher klein abgedruckt.

„Nachdem feststand, dass die Schwimmvereine das Bad benutzen dürfen, hatten wir umgehend mit Vertretern des SV Gelnhausen Kontakt aufgenommen. Im gemeinsamen Gespräch mit dem Ersten Stadtrat Hans-Dieter Ullrich und mir, wussten wir, dass wir mit dem Schwimmverein einen guten Partner zur Seite haben“, lobt der Bürgermeister. Der Schwimmverein habe für seine Trainingszeiten ein Hygienekonzept vorgelegt und werde ab sofort, da die Wasserproben nun positive Ergebnisse brachten, bis zur offiziellen Saisoneröffnung das Bad nutzen können. Die Frage, warum für das Allgemeinpublikum erst ab dem 1. Juli 2020 geöffnet wird, erklärt Glöckner so: „Die Erwärmung des Wassers dauert mehrere Tage. Dafür haben wir zwei Wochen einkalkuliert. Die Mitglieder des Schwimmvereins werden in ihren Trainingsrunden in Neoprenanzügen im noch nicht warmen Wasser schwimmen.“

Auch jetzt sei eine Öffnung unter Normalbedingungen nicht möglich, da einerseits die Landesverordnungen sehr schwammig und die Hygieneempfehlungen des Robert-Koch-Instituts auch noch in einem öffentlichen Bad umzusetzen seien. Glöckner weiter: „Wir haben immer noch die Verordnungen, die aus dem Infektionsschutzgesetz resultieren, auszuführen und andererseits möchten wir auch unseren Bürgern gerecht werden, das Freibad nutzen zu können.“ Dies alles sei aber ohne zusätzliche Maßnahmen nicht umzusetzen, deshalb habe er den Stadträtinnen und Stadträten im Magistrat und den Fraktionsvorsitzenden eine Kostenschätzung vorgelegt, die aufzeige, dass durch die Öffnung unter Corona-Bedingungen ein sechsstelliger Betrag für den zweieinhalbmonatigen Betrieb zusätzlich aufzuwenden sei. „Die Fraktionsvorsitzenden haben mir signalisiert, dass sie damit einverstanden seien“, teilt der Bürgermeister mit, „und dies ist neben dem Hygienekonzept auch ein weiterer Grundstein für die positive Entscheidung des Magistrats.“

Aber Einschränkungen werde es geben, denn Corona sei nicht einfach weg, weil die Landesverordnungen nun gelockert seien. Bürgermeister Glöckner: „Ich möchte nicht, dass Gelnhausen ein zweites Göttingen wird, deshalb haben wir die Hygiene- und Abstandsregelungen vorerst eng gefasst und werden zu Beginn täglich nur maximal 1.800 Menschen in das Freibad lassen. Hierfür werden unsere Mitarbeiter unter der Leitung des Schwimmbadleiters Nils Tischer entsprechende Vorkehrungen treffen, die auch von den Badegästen einzuhalten sind.“ Glöckner weiter: „Das Bad wird morgens um 7:00 Uhr geöffnet und schließt für das Allgemeinpublikum um 18:00 Uhr. Je nachdem wie sich die Lage entwickelt werden wir die Einschränkungen lockern“.

Um jedoch die 1.800 Personen bewältigen zu können, ohne es an der Kasse zu Gedränge kommen zu lassen, habe die Stadtverwaltung bereits eine Softwarelösung für den Onlineticketverkauf begutachtet. „Von den 1.800 Eintrittskarte für einen Tag, werden 1.300 Karten über das Onlineportal verkauft, das auf der Webseite von Gelnhausen zu Beginn der Kalenderwoche 27 freigeschaltet wird. In diesem Portal besteht die Möglichkeit, dass jeder Badegast sich seine Karte kaufen kann. Immer im Zeitraum für die nächsten 14 Tage“, weist Glöckner hin „und wir haben auch an jene Personen gedacht, die online nicht so versiert sind.“ Hierfür würden die Eintrittskarten in der Tourist-Information am Obermarkt verkauft. Diese habe auch an Samstagen und Sonntagen von 13 bis 16 Uhr geöffnet.

Die Besitzer von Saisonkarten müssen sich lediglich im Eingangsbereich registrieren, um den Besuch zu dokumentieren. Darauf wird entsprechend hingewiesen werden.

„Wir können es unter Corona-Bedingungen es nicht allen Recht machen. Aber alles in allem haben wir eine Lösung gefunden, mit der wir Jung und Alt ermöglichen, in den Sommermonaten Juli bis Mitte September das Freibad zu nutzen. Die Diskussion im Magistrat um die Öffnung des Freibades war lang und kontrovers; aber sie war gut und unser Hygienekonzept ist durchdacht. Wir gaben und geben unser Bestes für die Badesaison 2020, freut sich Bürgermeister Glöckner.

Wie sehen die einzelnen Vorkehrungen im Barbarossabad aus?

  • Die Wasser-Attraktionen im Nichtschwimmerbereich wie Rutsche oder Strudel bleiben geschlossen.
  • Die Liegewiese wird abgesperrt und mit entsprechenden „Liegeparzellen“ markiert.
  • Die Becken werden alle geöffnet; jedoch dürfen nur 100 Personen ins Schwimmerbecken, ins  Nichtschwimmerbecken 110 und ins Planschbecken nur 9 Personen.
  • Es werden der Anzahl an erlaubten Badegästen im Nichtschwimmer- und Schwimmerbecken Armbänder verteilt. Jeder Schwimmer erhält ein Armband, verlässt er das Becken, gibt er dieses wieder ab, sodass die Höchstanzahl an Badenden aufgrund der Abstandsregelungen festgelegt ist.
  • Aus den acht Bahnen im Schwimmerbecken werden vier Doppelbahnen und die Schwimmrichtung erfolgt im Kreisverkehr.
  • Im Ein- und Ausgangsbereich sowie beim Betreten der Toiletten besteht die Pflicht zum Tragen des Mundnaseschutzes.
  • Es sind nur die Einzelumkleiden geöffnet.
  • Es dürfen sich maximal vier Personen in den jeweiligen Sanitäreinrichtungen aufhalten.
  • Das Duschen ist nur in den Kabinen gestattet.
  • Dreimal täglich werden zu festen Uhrzeiten die Sanitäranlagen, die Umkleiden und die Spinde gereinigt, die dann für den Publikumsverkehr kurzzeitig gesperrt werden.
  • Am Eingangsbereich sowie am Zugang zu Toiletten und Duschen werden Desinfektionsspender aufgestellt.
  • Wasserspielgeräte sind nicht erlaubt.
  • Schwimmhilfen sind erlaubt.
  • Der Kiosk erarbeitet ein eigenständiges Konzept für die Öffnung (analog der Gastronomie-Verordnung).