Flüchtlingsunterkünfte unter Quarantäne | Gelnhausen

Corona

Flüchtlingsunterkünfte unter Quarantäne

„Aufgrund der Parallelität der Ereignisse haben wir mit unserem Verwaltungsstab, in Abstimmung mit dem Gelnhäuser Krisenstab, für beide Einrichtungen nun Quarantäne angeordnet. Das ist notwendig, um die Ausbreitung nach Möglichkeit einzudämmen“, erklärte Gesundheitsdezernentin Susanne Simmler nach einer gemeinsamen Sitzung zwischen Kreis und Stadt. „Gleichzeitig haben wir besprochen, wie die Versorgung mit Lebensmitteln und der Zugang zu medizinischer Versorgung sichergestellt werden kann.“

„Für die materielle und medizinische Versorgung nutzen wir in der Stadt Gelnhausen Akteure und Kräfte vor Ort“, sagte Bürgermeister Glöckner. So sollen die Johanniter für medizinische Sprechstunden zum Einsatz kommen. Vergleichbare gute Lösungen hat es bereits bei Ausbrüchen in Flüchtlingsunterkünften in Hanau und Maintal gegeben, an die Gelnhausen damit anknüpft.

In der Einrichtung „Vor der Kaserne“ sind derzeit 99 Bewohner untergebracht, am Schandelbach 58. Für sie alle gilt nun vorsorglich die häusliche Isolierung. Die direkten Kontaktpersonen müssen diese Isolationsmaßnahme über volle 14 Tage einhalten. Wie lange die Isolierung für alle anderen andauert, wird das Gesundheitsamt auf Basis der weiteren Coronatest-Befunde und der aktuellen Lage im Laufe der kommenden Woche auswerten. 

Am Mittwoch hatte es einen ersten Covid-Fall in der Gemeinschaftsunterkunft „Vor der Kaserne“ gegeben. Alle Bewohner desselben Stockwerks wurden daraufhin häuslich isoliert und erhielten am Donnerstag einen Abstrich. Die ersten Ergebnisse belegten bereits einen Ausbruch und begründeten die erweiterten angeordneten Maßnahmen. Die Zahl der Infizierten von derzeit sieben könnte in den kommenden Tagen noch ansteigen. 

Die Quarantäne in der Einrichtung „Am Schandelbach“ hat das Gesundheitsamt vorsorglich angeordnet. Die Wohnsituation dort ist nach Angaben der Stadt Gelnhausen etwas anders als in der Einrichtung „Vor der Kaserne“. Um auf ein mögliches Ausbruchsgeschehen am Schandelbach schnell reagieren zu können, insbesondere parallel zum Ausbruch am früheren Kasernengelände, hat sich das Gesundheitsamt dennoch für diese umfangreichere präventive Maßnahme entschieden.

Alle 157 Personen an den beiden Standorten werden engmaschig medizinisch betreut. Neben den Johannitern wird auch das Gesundheitsamt das Infektionsgeschehen vor Ort regelmäßig überprüfen und bewerten. Dazu gehört im ersten Schritt, alle Bewohner der beiden Unterkünfte auf das Coronavirus testen zu lassen, sofern nicht schon geschehen. Mit sämtlichen Ergebnissen ist erst in der kommenden Woche zu rechnen. So lange wird die Quarantäne für komplett beide Einrichtungen aufrechterhalten. In den folgenden Tagen soll es dann erneute Testungen geben.