Bekämpfung Eichenprozessionsspinner | Gelnhausen

Stadtwald und Umwelt

Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners läuft

„Kommunen tragen gegenüber ihren Bürgern Verantwortung in Sachen Gesundheitsschutz. Wir sind verpflichtet, den Eichenprozessionsspinner zu bekämpfen, sofern die Gesundheit unserer Bürgerinnen und Bürger gefährdet ist“, so Gelnhausens Bürgermeister Daniel Christian Glöckner. Arbeitsschwerpunkte der beauftragten Schädlingsbekämpfer seien stark frequentierte öffentliche Bereiche wie Spielplätze, Kindergärten, Parkanlagen wie der Stadtgarten in der Innenstadt und der botanische Garten in Hailer-Meerholz, Fuß- und Radwege, Parkplätze und Wald(rand)wege wie der Panoramaweg.

Die Stadt Gelnhausen setzt bei der Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners – übrigens eine einheimische Art - auf mechanische Methoden. „Mit Blick auf das Insektensterben und den Erhalt der biologischen Vielfalt verzichtet die Stadt Gelnhausen auf den Einsatz von Bioziden, weil die auf dem Markt zur Verfügung stehenden Mittel nicht – wie oft behauptet wird – rein selektiv wirken und nur den Eichenprozessionsspinner töten. Meist werden bei ihrem Einsatz weitere Arten der so genannten Eichenfraßgesellschaft ungewollt mitbekämpft. Eventuell können auch eigentlich nützliche Fressfeinde beim Verzehr der mit Bioziden ‚behandelten‘ Raupen Schaden nehmen“, begründet der städtische Umweltbeauftragte Jürgen Koch den Einsatz der mechanischen Bekämpfungsmethoden.

Der Eichenprozessionsspinner bildet zur Abwehr von Fressfeinden Brennhaare, auf die auch der Mensch allergisch reagiert. Der Kontakt mit den Mikrohaaren, die kaum sichtbar sind, ruft in der Regel stark juckende Entzündungsreaktionen auf der Haut – meist im Bereich der Arme und Beine sowie am Hals hervor. Auch Reizungen der Schleimhäute kommen vor.

Die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners ist keine einfache Angelegenheit, denn die Raupen durchlaufen auf ihrem Weg zum Nachtfalter sechs Raupenstadien und marschieren in Gruppenverbänden - „prozessieren“ -  dabei nicht nur auf dem Baum, dessen Blattwerk sie als aktuelle Nahrungsquelle ausgewählt haben, sondern verlagern ihre Nester auch auf benachbarte Bäume.  Eine Kartierung der befallenen Bäume erfolge laut Koch deshalb sinnvoller Weise in der Regel erst Mitte/Ende Juni, wenn die Nester kaum noch oder nicht mehr verlagert werden und die Raupen ins letzte Entwicklungsstadium eintreten.

Die Entsorgung der Nester im öffentlichen Raum und an neuralgischen Punkten der Naherholung dient dem Schutz der Menschen. Ansonsten frisst der Eichenprozessionsspinner die Blätter der von ihm befallenen Eichen ab. Die Bäume treiben nach dem Schlupf der Falter wieder aus. Der Eichenprozessionsspinner hat zudem natürliche Fressfeinde, wie beispielsweise die Kohlmeise und Fledermäuse, aber auch räuberische Insektenarten wie Wanzen und Laufkäfer setzen ihm zu.

 „Derzeit gilt also die Bauernregel ‚Eichen sollst Du weichen‘ nicht nur im Fall eines Gewitters – und insbesondere im Wald. Wir appellieren an die Eigenverantwortung der Bürgerinnen und Bürger, Eichenbestände im Sommer zu meiden und sich möglichst nicht direkt unter einer Eiche zum Verweilen niederzulassen“, so Bürgermeister Glöckner. „Die Schädlingsbekämpfer sind übrigens mit Schutzanzügen und Atemschutz ausgerüstet. In Corona-Zeiten erscheint es mir wichtig, darauf ausdrücklich hinzuweisen, um die Bürgerinnen und Bürger nicht zusätzlich zu verunsichern.“

Arten, mit denen der Eichenprozessionsspinner verwechselt werden kann, sind die Raupen des Goldafters, des Schwammspinners und (häufig) der Gespinstmotte. Letztere ist unschädlich, kann aber ganze Bäume einspinnen und kahlfressen. Die anderen beiden Raupenarten können ebenfalls Hautreizungen hervorrufen.

Kontakt: Jürgen Koch, Umweltbeauftragter der Stadt Gelnhausen, 06051/830-238, oder E-Mail j.koch@gelnhausen.de