Bürgerinitiative Ausbau Bestandsstrecke

Die Pläne der Bahn für die Neubaustrecke Hanau-Würzburg/Fulda beschäftigten die BI Ausbau Bestandsstrecke, die sich unter anderem gegen die Variante I mit einem riesigen Brückenbauwerk und für mehr Lärmschutz einsetzt. In der BI engagieren sich Bürger aus ganz Gelnhausen, vor allem aus den betroffenen Stadtteilen Höchst, Haitz und Gelnhausen-Mitte. Die BI hat inzwischen einen Facebook-Account und eine Website eingerichtet und kann per Mail erreicht werden. Über die E-Mail-Adresse können Interessierte auch einen Newsletter abonnieren.

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"Ein Albtraum für Gelnhausen"

Das Bild zeigt die Visualisierung der Variante I von der Alten Leipziger Straße aus - etwa in der Höhe der Einmündung "Am Friesenborn". Grafik: BI Ausbau-Bestandsstrecke

BI Ausbau-Bestandsstrecke gibt eigenes Positionspapier mit Visualisierungen zu Plänen der Bahn heraus – Ergänzung zur Stellungnahme des Magistrats

Die Bürgerinitiative Ausbau-Bestandsstrecke, die sich kritisch mit den Plänen der Bahn zum Ausbau der Bahnstrecke zwischen Gelnhausen und Fulda/Würzburg auseinandersetzt, hat nun ein eigenes Positionspapier mit Visualisierungen verfasst. Es ist als Ergänzung zur offiziellen Stellungnahme des Magistrates zu sehen, die im Januar 2018 an die Deutsche Bahn Netz AG ging. Die BI behandelt darin auch die drastischen Auswirkungen der sogenannten „Variante I“ auf Gelnhausen. Bürgermeister Daniel Christian Glöckner ist das Positionspapier bereits zugegangen. „Ich begrüße das Engagement der Bürgerinitiative ausdrücklich und werde die Stellungnahme an die entsprechenden Stellen bei der Bahn und in der Politik weiterleiten, damit sie in die Bewertungen einfließen kann“, versicherte Glöckner.

Wesentlicher Bestandteil des Positionspapiers der BI Ausbau-Bestandsstrecke ist eine fundierte vermessungstechnische Analyse der möglichen Trassenvariante I, die zu den im Positionspapier abgebildeten Visualisierungen geführt hat. „Die vermessungstechnischen und künstlerischen Arbeiten von Achim Gogler hierzu sind exzellent. Wir sind der Überzeugung, hiermit eine sehr korrekte Analyse des Aussehens und der Auswirkungen der ‚Variante I‘ auf unsere Stadt erzeugt zu haben. Durch den Verzicht auf Übertreibungen wirkt die Analyse umso erschreckender“, so Professor Dr. David Lupton, Ortsvorsteher Gelnhausen-Mitte und stellvertretender Stadtverordnetenvorsteher, in seiner Eigenschaft als  Sprecher der BI. Die Initiative sehe diese Analyse als wesentliche Ergänzung zur Stellungnahme der Stadt. „Unsere Bürgerinitiative steht für den Ausbau der Eisenbahnstrecke durch das Kinzigtal, sieht jedoch die enormen Schäden, die der Stadt und ihrer Umgebung durch die Realisierung der Variante I entstünden. Wie die Bezeichnung der Bürgerinitiative andeutet, halten wir den Aus- oder Neubau möglichst nahe an der Bestandsstrecke für die beste Lösung“, fasst Lupton das Ansinnen der BI zusammen.
Bei einer Realisierung der Variante I sieht die Bürgerinitiative an erster Stelle die Zerstörung des historischen Blicks auf die Stadt sowie das Landschaftsbild der Kinzigauen als sehr schwerwiegend an. Darüber hinaus würde ihrer Meinung nach das massive Einwirken der Bauphase auf die Auen sie vollständig und irreparabel zerstören.
„An zweiter Stelle käme eine massive Steigerung der Lärmimmissionen - sowohl durch unzureichenden Lärmschutz auf der Betonbrücke sowie im Tunneleingangsbereich als auch durch die Zunahme im Güterverkehr auf der Bestandsstrecke zustande. Insbesondere nachts wäre der zunehmende Lärm unerträglich“, stellt Dr. Lupton noch einmal stellvertretend für die BI heraus. Das Konzept der „Verkehrslenkung“, das von der Deutschen Bahn propagiert werde, halte die BI für nicht praktikabel und rechtlich nicht durchsetzbar.
Die Bauphase der „Variante I“ bezeichnet die Bürgerinitiative als „Albtraum“ für Gelnhausen und Umgebung. Die Entstehung des Doppelbauwerks (Betonbrücke und Tunnel) würde eine kaum vorstellbare Belastung in diesem engen Abschnitt des Kinzigtals verursachen. „Es ist uns klar, dass der Ausbau und die Begradigung der Bestandsstrecke durch die Gelnhäuser Gemarkung ebenfalls eine erhebliche Belastung mit sich brächte. Diese wäre jedoch kein Vergleich zu der ‚Variante I‘“, so Lupton. Insgesamt würde nach Meinung der BI durch die Umsetzung der „Variante I“ die Wohnqualität und Attraktivität Gelnhausens drastisch leiden, was sich zwangsläufig auch negativ auf den Wert von Grundstücken auswirken würde.

Die Positionspapiere des Magistrates und der Bürgerinitiative können im Wortlaut auf der entsprechenden Website der Stadt Gelnhausen (https://www.gelnhausen.de/leben-in-gelnhausen/bi-bahnausbau.html eingesehen und heruntergeladen werden.

Magistrat gibt Stellungnahme zu Bahnplänen ab

Die Strecke zwischen Hanau und Fulda ist eine der am stärksten befahrenen Bahnstrecken Deutschlands. Auf den bestehenden Gleisanlagen verkehren pro Tag ca. 250 bis 300 Nah-verkehrs-, Fernverkehrs- und Güterzüge. Mit dem geplanten viergleisigen Aus- und Neubau der Strecke will nun die Deutsche Bahn bestehende Kapazitätsengpässe zwischen Hanau und Fulda beseitigen.
In einem ersten Abschnitt zwischen Hanau und Gelnhausen steht die Trassenlage bereits fest, zwischen Gelnhausen und Würzburg beziehungsweise Fulda werden derzeit sieben neue Trassenvarianten im Rahmen des Dialogforums Hanau–Würzburg/Fulda sowie in einzelnen Arbeitsgruppen dieses Dialogforums untersucht, da ein viergleisiger Ausbau auf der Bestandsstrecke topografisch bedingt nicht ohne weiteres möglich ist.
Im Rahmen dieses Dialogs hat der Magistrat der Stadt Gelnhausen nun eine Stellungnahme zum geplanten Aus- und Neubauprojekt abgegeben.


Kreis lässt Bahn-Pläne durch eigenes Büro prüfen

Der Main-Kinzig-Kreis wird die aktuellen Planungen zum Ausbau der Bahnstrecke Hanau-Fulda/Würzburg durch ein eigenes Planungsbüro überprüfen und aus Sicht des Landkreises bewerten lassen. Das haben Landrat Thorsten Stolz und Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler angekündigt. Weiterhin haben der Landrat und seine Vertreterin gegenüber der DB Netz AG noch einmal die wesentlichen Forderungen des Main-Kinzig-Kreises formuliert: So setzt sich der Kreis für eine Ausbauvariante ein, die die geringsten Auswirkungen auf die Wohn- und Lebensqualität der Menschen im Main-Kinzig-Kreis hat. Die Frage der Wirtschaftlichkeit spielt aus Sicht des Kreises bei diesem Jahrhundertprojekt eine untergeordnete Rolle.

Weiterhin fordert der Main-Kinzig-Kreis das Nachrüsten von Lärmschutz entlang der Bestandsstrecke - und zwar losgelöst von jeglicher Ausbauvariante - sowie die durchgängige Herstellung der Barrierefreiheit an allen Empfangsgebäuden und Bahnsteigen zwischen Gelnhausen und Sinntal. „Am Ende reden wir nicht nur über einzelne Ausbauvarianten, sondern bewusst über ein Gesamtpaket. Da die Menschen im Main-Kinzig-Kreis auch die Belastungen durch den Ausbau zu tragen haben, müssen auch klare Vorteile herausgearbeitet und konkrete Verbesserungen in Sachen Lärmschutz und Barrierefreiheit herbeigeführt werden“, so Thorsten Stolz und Susanne Simmler.

In einem aktuellen Schreiben an die DB Netz AG haben Landrat Thorsten Stolz und Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler zudem noch einmal ihr Verständnis der Zusammenarbeit bei den Planungen formuliert. So sollten Entscheidungen zur favorisierten Trassenführung und zu weiteren Maßnahmen nur gemeinsam unter der Prämisse „Mensch im Mittelpunkt“ getroffen werden. Zudem erneuert die Kreisspitze ihre dringende Bitte, einen Zugang zu den kompletten Planungsunterlagen zu erhalten. „Wir erwarten von der Deutschen Bahn die Offenlage aller Planungsunterlagen. Nur so können wir die berechtigten Interessen der Region vertreten und in einen Dialog auf Augenhöhe eintreten“, erläutert die Kreisspitze ihr Vorgehen.

Wie Landrat Thorsten Stolz und Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler ausführen, wird ein fachkundiges Planungsbüro den Kreissauschuss in diesem Thema begleiten und beraten. Der Kreistag hatte dazu bereits die entsprechenden Finanzmittel zur Verfügung gestellt. Auf diese Weise könne es gelingen, die wechselseitigen Ziele zu definieren, um dann auch die Wege dahin gemeinsam zu erörtern und abzustimmen. Am Dienstagvormittag (06.02.) hatten Thorsten Stolz und Susanne Simmler bereits die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister über das Vorgehen des Kreises informiert.

Entsprechend der mehrheitlichen politischen Forderungen hat der Kreis in seinem jüngsten Schreiben an die DB Netz AG noch einmal die drei zentralen Punkte konkret benannt: (1) Bei der Umsetzung einer Variante ist der größtmögliche Schutz für den Menschen zu gewährleisten. Wirtschaftliche Interessen spielen eine untergeordnete Rolle. (2) Losgelöst von einer Variante ist die Bestandsstrecke zwischen Maintal und Sinntal auf den neuesten Stand des Lärmschutzes nachzurüsten und die Vorgaben für eine Neubaustrecke entsprechend umzusetzen. (3) An allen Empfangsgebäuden und Bahnsteigen zwischen Gelnhausen und Sinntal ist die Barrierefreiheit herzustellen.

Bereits Ende November hatte die Kreisspitze umfassende Informationen abgefragt und konkrete Erwartungen formuliert. Dabei wurde unter anderem eine gleichberechtigte Prüfung der Variante VIII sowie anderer vorgestellter Ergänzungs-, Änderungs- und Abweichungsvarianten gefordert. Zudem wollen Kreistag und Kreisausschuss in die Lage versetzt werden, sich ein eigenes Bild von jedem einzelnen Trassenkorridor zu machen und jede Bewertung zu prüfen.

Eine zufriedenstellende Antwort der DB Netz AG ist bisher noch nicht erfolgt. Daher haben Landrat Thorsten Stolz und Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler nun noch einmal das Anliegen des Main-Kinzig-Kreises mit Nachdruck vorgetragen.

 


Keine Monsterbrücke durchs Kinzigtal

Die Pläne der Bahn für die Neubaustrecke Hanau-Würzburg/Fulda beschäftigten Ende Mai etwa 130 Interessierte aus Höchst, Haitz, Biebergemünd, Linsengericht und anderen betroffenen Gemeinden. Unter Federführung der Ortsvorsteher von Höchst, Haitz und Gelnhausen-Mitte, Reinhard Werner, Jörg Hanselmann und Professor Dr. David Lupton, soll eine Bürgerinitiative entstehen, die sich gegen die so genannte Variante I und für eine Trasse entlang der bestehenden Strecke, aber mit ausreichendem  Lärmschutz einsetzt. Die Variante I sieht ein riesiges, etwa 1,6 Kilometer langes und  bis zu 12 Meter hohes Brückenbauwerk durch das enge Kinzigtal zwischen Haitz und Höchst sowie einen etwa 3,5 Kilometer langen Tunnel ab Höchst vor. Geschätzte Bauzeit: fünf Jahre. Der Protest der Bürgerinnen und Bürger richtet sich nicht gegen die Ausbaupläne der Bahn insgesamt, sondern vor allem gegen die Variante I, die die stärksten Auswirkungen auf das mittlere Kinzigtal hätte. In der Versammlung fielen Begriffe wie „Monsterbrücke“  und „Horror-Vision“. Vor allem aber wollen die Bürgerinnen und Bürger sich rechtzeitig in die Planungen einbringen. Auch wenn die Arbeiten vermutlich erst 2027 beginnen werden – schon Ende 2017 will sich die Bahn für eine der Trassenvarianten entschieden haben und die Planungen dann vorantreiben . Der Tenor der Versammlung: Die Bürger wollen die Heimat für ihre Kinder und Enkel noch lebens- und liebenswert hinterlassen und nicht erst tätig werden, wenn es „fünf vor zwölf ist“. Viele der Anwesenden haben sich in die Unterstützerlisten eingetragen und wollen auch bei der Bürgerinitiative mitwirken. Bodo Delhey vom BUND stellte die Pläne der Bahn, die derzeit noch sieben Trassen in Betracht zieht, und den zeitlichen Ablauf vor.  Baufachmann Walter Spahn berichtete aus seiner Erfahrung mit Brückenbauwerken und lieferte sehr beeindruckende Zahlen, Grant Hummel und Dr. Lupton ergänzten. Reinhard Werner übernahm die Moderation, es gab Fragen aus der Bürgerschaft. Alle, die sich in die BI-Liste eingetragen haben, werden in einen Verteiler aufgenommen und dann wird es weitere Treffen in diesem Kreis geben. Wer sich auch in der Bürgerinitiative, die noch einen geeigneten Namen sucht, engagieren will, kann sich an die Ortsvorsteher wenden. 

Info-Flyer der BI

Die Bürgerinitiative Ausbau-Bestandsstrecke, die sich kritisch mit den Plänen der Bahn zum Ausbau der Bahnstrecke zwischen Gelnhausen und Fulda/Würzburg auseinandersetzt, hat nun einen Flyer veröffentlicht, der die Bürger, die Politiker und vor allem die Verantwortlichen der Deutschen Bahn vor den gravierenden Auswirkungen der sogenannten „Variante I“ warnen und aufschrecken soll.

Flyer hier herunterladen

Es sei als Weckruf zu verstehen, jetzt zu handeln, bevor alle Entscheidungen in Beton gegossen seien, so Professor Dr. David Lupton, Ortsvorsteher von Gelnhausen-Mitte und einer der Sprecher der Bürgerinitiative. Gelnhausens Bürgermeister Daniel Christian Glöckner ist der Flyer bereits zugegangen. „Ich begrüße und unterstütze das Engagement der Bürgerinitiative ausdrücklich. Noch sind die Planungen für den konkreten Trassenverlauf im Suchkorridor nicht abgeschlossen, noch können wir unsere Interessen für Gelnhausen einbringen und vehement vertreten.“

 „Wie das kürzlich veröffentlichte Positionspapier der Bürgerinitiative basiert der Inhalt des Flyers auf den detaillierten Recherchen des Gelnhäuser Künstlers und Vermessungstechnikers, Achim Gogler“, erläutert Professor Dr. David Lupton. „Durch Goglers Arbeiten konnten wir ein genaues Bild der zu erwartenden Schäden für Stadt und Kinzigaue entwickeln. Das Bild ist derart erschreckend, dass wir die Bürgerinnen und Bürger dazu aufrufen, sich mit aller Kraft gegen dieses Horrorszenario einzusetzen sowie sich bei der Bürgerinitiative und vor allem den verantwortlichen Politikern in Bund, Land und Kreis zu melden“.

Die Außenseite des Flyers zeigt zum Vergleich den heutigen Blick vom Südosten her auf die Altstadt mit der Kinzigaue im Vordergrund sowie die zu erwartende Ansicht mit der gigantischen Betonbrücke der Variante I. Die Innenseite enthält weitere Einzelheiten, unter anderem zu den zu erwartenden Lärmimmissionen. Der Flyer wird ab nächster Woche den Haushalten in Haitz, Höchst, den östlichen Wohngebieten von Gelnhausen-Mitte und betroffenen Teilen von Linsengericht zugestellt.

DB-Anwohnerinfo

Die Stadt Gelnhausen weist ihre Bürgerinnen und Bürger auf die Möglichkeit hin, sich mittels eines kostenlosen Abonnements zu Bauarbeiten der Deutschen Bahn informieren zu lassen. Unter dem Titel „Erfahren Sie aus erster Hand, wo wir Sie aus der Ruhe bringen“ können Interessierte bei diesem Pilotptojekt der Bahn für Hessen und das nördliche Rheinland-Pfalz ihre Adresse im Abo-System hinterlegen. Sobald die Bahn im Umkreis des Abonnenten eine Baustelle in Angriff nimmt, erhält er vorab per E-Mail eine Benachrichtigung. Das Internetportal etabliert als Identifikationsfigur einen teilweise animierten Zeichentrick-Maulwurf mit dem Namen „Max“.
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