Förderprogramm „Weiterführung der Vereins- und Kulturarbeit“

Das Land Hessen startet ein Soforthilfeprogramm für die hessische Vereins- und   Kulturlandschaft, um die finanziellen Folgen der Corona-Virus-Pandemie zu minimieren. Von dem Förderprogramm zur „Weiterführung der Vereins- und Kulturarbeit“ sollen  alle  41.000  hessischen  Vereine  profitieren.  Insgesamt  stellt  die  Landesregierung  für das Programm mindestens 20 Millionen Euro   bereit. Gemeinnützige und auf ehrenamtlicher Basis geführte  Vereine, Organisationen und Initiativen, die durch die Corona-Virus-Pandemie  unverschuldet in eine existenzbedrohliche finanzielle Notlage  geraten sind, können ab sofort Gelder in Höhe von bis zu 10.000 Euro beantragen. „Die  Corona-Pandemie  bedroht  die  Existenz  unserer  Sportvereine, Kultureinrichtungen und Initiativen, deshalb müssen wir handeln. Wir setzen alles daran, unsere gewachsene Vereins-  und   Kulturlandschaft  zu  erhalten  und unterstützen sie  mit unserem   Förderprogramm schnell und unbürokratisch, damit  sie  fortbestehen  werden kann“, betonte Ministerpräsident Volker Bouffier und führte weiter aus: „Unsere Gesellschaft lebt von den Vereinen und vom Ehrenamt. Ihre Mitglieder packen seit Jahren in ihrer Freizeit und unter hohem persönlichen Aufwand unentgeltlich und beherzt an. Jene, die unsere Gemeinschaft fördern und unsere Freizeit bereichern, sind der Kitt unserer Gesellschaft und leisten einen unverzichtbaren Beitrag für ihren Zusammenhalt. Alle ehrenamtlichen Bereiche  sind  von  den  notwendig gewordenen  Einschränkungen zur  Bekämpfung  der  Corona-Virus-Pandemie betroffen: Sportvereine, Theater, Tierschutzinitiativen, Hospizdienste oder Nachbarschaftshilfen. Sie alle benötigen unsere Hilfe. Dafür nehmen wir  ordentlich  Geld  in  die  Hand,  insgesamt  mindestens  20  Millionen  Euro.  Allein  für  die rund 7.600 Sportvereine sowie die knapp 16.000 Kulturvereine und -einrichtungen stehen insgesamt 14 Millionen Euro bereit“, sagte der Regierungschef heute in Wiesbaden. Die  finanziellen  Auswirkungen  der  Corona-Virus-Pandemie  auf  gemeinnützige  Vereine sind  teilweise  erheblich  und  können  schnell  existenzbedrohend  werden,  da  Vereine aufgrund des Vereins- und Steuerrechts nicht wie etwa Kapitalgesellschaften Rücklagen bilden,  auf  die  sie  in  Krisenzeiten  zurückgreifen  können.  Das  Programm  dient  zur  Abwendung pandemiebedingter existenzbedrohlicher  Liquiditätsengpässe  im  ideellen  Bereich  und  soll  die   Weiterführung   der   Nachwuchsarbeit  und  der  klassischen   Vereinsarbeit sicherstellen. Vereine, die  Ausgaben wie zum  Beispiel  Mieten  für  ihr  Vereinsheim,  Instandhaltungen oder  Betriebskosten  wie  Strom  und  Wasser  nicht  mehr  aus  eigenen  Mitteln  decken  können,  können  ab  sofort  die  Fördermittel  beim  fachlich  zuständigen  Ministerium  beantragen. Der Antrag ist online auf dem Landesportal www.hessen.de abrufbar. Dabei ist zu beachten, dass finanzielle Notlagen, die bereits vor dem 11. März bestanden haben, davon nicht abgedeckt werden.

Für Sportvereine

Für die gemeinnützigen Sportvereine, die Mitglied im Landessportbund Hessen e.V. sind, hat das Hessische Ministerium des Innern und für Sport ein Team „Corona-Vereinshilfe“ auf    die    Beine    gestellt.    Anfragen    können   an   die   E-Mail-Adresse corona-vereinshilfe@sport.hessen.de  gerichtet werden.

Bereich Kultur

Soforthilfe  aus  dem  Bereich  Kultur  können  Vereine,  Kulturbetriebe  und  Spielstätten,  Festivals und Laienensembles beantragen, die nicht von der öffentlichen Hand getragen werden und in einem der folgenden Verbände Mitglied sind: Landesarbeitsgemeinschaft der  Kulturinitiativen  und  soziokulturellen  Zentren  (LAKS)  in  Hessen,  Landesvereinigung  Kulturelle    Bildung    (LKB)    Hessen,    Landesjugend    Trachtenverband,    Hessischer    Landestrachtenverband,    Hessischer    Literaturrat,    Landesmusikrat,    Landesverband    
Professionelle      Freie      Darstellende      Künste      (laPROF),      Landesverband      der      Jugendkunstschulen   in   Hessen,   Verband   hessischer   Amateurtheater,   Hessischer   Museumsverband  und  die  unter  dem  Dach  der  Initiative  HessenFilm  versammelten  Einrichtungen.  Die  Anträge  können  beim  Hessischen  Ministerium  für  Wissenschaft  und  Kunst unter corona-vereinshilfe@hmwk.hessen.de gestellt werden.

Für Natur-, Umweltschutzorganisationen, Hospizdienste etc.

Gefördert werden darüber hinaus auch Vereine, Initiativen und Organisationen, die sich in  anderen  gesellschaftlichen  Bereichen  engagieren.  Dazu  gehören  beispielsweise  Naturschutzvereinigungen,         Jägervereinigungen,         Umweltbildungseinrichtungen,         Jugendwaldheime, Einsatzstellen für das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ), Wildparke, Falknereien    und    Tiergärten,    Angel-    und    Fischereivereine,    Naturparkvereine,    Tierschutzvereine, Zoos, Verbraucherzentralen, Opferhilfe, Hospizdienste- und initiativen, Flüchtlingshilfe, Nachbarschaftshilfe und Landfrauen sowie Dach- und Fachverbände der Kindertagesbetreuung,    der Hessische Jugendring sowie     der     Paritätische     Wohlfahrtsverband.  Zuständig  für  die  Anträge  sind  hier  das  Hessische  Ministerium  für  Umwelt,  Klimaschutz,  Landwirtschaft  und  Verbraucherschutz  sowie  das  Hessische  Ministerium für Soziales corona-vereinshilfe@hsm.hessen.de

Sport-   und   Kulturvereine   sowie   Organisationen   mit   dauerhaftem   wirtschaftlichem   Geschäftsbetrieb  können  unabhängig  vom  Förderprogramm  zur  „Weiterführung  der  Vereins- und Kulturarbeit“ das Soforthilfeprogramm für kleine Unternehmen von Landes- und   Bundesregierung   in   Anspruch   nehmen   und   auch   von   den   Regelungen   zum   Kurzarbeitergeld  profitieren,  wenn  ihnen  in  diesem  Bereich  eine  existenzbedrohende  Liquiditätslücke entsteht.  „In Zeiten der Krise müssen wir besonders eng zusammenstehen. Die Auswirkungen der Corona-Virus-Pandemie  können  wir  nur  gemeinsam  bewältigen.  Wir  wollen  möglichst  allen  gemeinnützigen  Vereinen  und  Organisationen  helfen,  gut  durch  diese  schwierige  Zeit  zu  kommen.  Sie  sind  ein  unverzichtbarer  Bestandteil  unserer  Gesellschaft  und  unseres   Zusammenlebens   und   liegen   mir   persönlich   sehr   am   Herzen“,   betonte   Ministerpräsident Bouffier. 

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