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Kultur & Tourismus 

Neue öffentliche Toilettenanlage in der Altstadt 

Der Ruf nach zusätzlichen öffentlichen Toiletten in der Gelnhäuser Altstadt ist nicht neu. Bereits 2017 gab es Überlegungen, in den von der Stadt angemieteten Räumen an der Kuhgasse 19 eine weitere WC-Anlage einzurichten. Umgesetzt wurden sie damals nicht. Bürgermeister Christian Litzinger (CDU) hat das Vorhaben nun gemeinsam mit Projektleiter Thorsten Amend vom städtischen Hochbauamt aufgegriffen – und Nägel mit Köpfen gemacht.

Zentrale Lage am Obermarkt

„Die Lage ist ideal“, sagt Litzinger. Nur wenige Schritte vom Obermarkt entfernt stellt die Toilettenanlage eine zentral gelegene Anlaufstelle für Besucherinnen und Besucher der Altstadt dar, im Alltag ebenso wie bei Festen und größeren Veranstaltungen. Bei Letzteren kann so im betreffenden Bereich auf das Aufstellen einer mobilen Toilettenanlage verzichtet werden. Ein weiterer Pluspunkt ist die unmittelbare Nähe zur Tourist-Information.

Die Umbauarbeiten an der Kuhgasse hatten im Juni begonnen und konnten innerhalb kurzer Zeit abgeschlossen werden. Dafür mussten der Raum neu aufgeteilt und Leitungen neu verlegt werden. Die Sanitäranlagen wurden komplett neu eingerichtet. Auch die Optik hatten die Planer im Blick. Weiße Wandflächen und ein einheitlicher Bodenbelag sorgen für ein modernes und helles Erscheinungsbild, das künftig zum Standard für weitere öffentliche Toiletten in Gelnhausen werden soll. Das gilt auch für die Gestaltung der Eingangstüren zu den beiden Sanitärbereichen im Inneren. Statt der herkömmlichen kleinen Schilder für Damen und Herren hat Projektleiter Thorsten Amend großformatige Figuren im vertikalen Halbschnitt ausgewählt, die für einen zeitgemäßen Look sorgen.

Echtes Upcycling: Trennwände aus Stadthalle wiederverwendet

Ein weiteres besonderes Detail steht in unmittelbarer Beziehung zu einem aktuellen Großprojekt der Stadt. So haben die ausgebauten WC-Trennwände aus der Stadthalle in den Räumen der Kuhgasse eine neue Aufgabe erhalten. „Wir betreiben echtes Upcycling“, betont Bürgermeister Christian Litzinger. Die Wände sind nicht die einzigen wiederverwendeten Bauteile aus der Stadthalle, in der aktuell Rückbau- und Schadstoffsanierungsarbeiten laufen. Unter anderem wurden mehrere Theken, die für das neue Stadthallenkonzept nicht mehr benötigt werden, an Vereine weitergegeben.

Weitere ausgebaute WC-Trennwände aus der Halle kommen in den öffentlichen Toiletten auf dem Parkdeck an der Holzgasse zum Einsatz. Diese werden aktuell komplett entkernt und saniert. Ende Oktober soll die Anlage an der Holzgasse wieder geöffnet werden.

An der Kuhgasse 19 hat sich auch äußerlich etwas getan. So haben die Besitzer im Zuge der Umbauarbeiten die Fassade sanieren lassen, was bis auf die Türeinfassung aus Sandstein abgeschlossen ist. Die historische Holztür zur Straße ist erhalten geblieben. Über ihr weist ein neues Schild auf die öffentliche Toilette hin. Zusätzlich hat die Stadt im weiteren Umfeld Hinweisschilder angebracht. Was noch fehlt, ist ein neuer Aufdruck auf dem Schaufenster des früheren Geschäfts, der auf touristische Ziele in der unmittelbaren Umgebung aufmerksam machen soll.

Einziger Wermutstropfen: Aufgrund der baulichen Situation an der steilen Straße ist die Toilettenanlage nicht barrierefrei zugänglich. Nach Abschluss der Umbauarbeiten auf dem Parkdeck Holzgasse ist eine solche jedoch wieder vorhanden. Dann stehen für Besucherinnen und Besucher in Gelnhausen insgesamt fünf öffentliche Toilettenanlagen zur Verfügung: am Bahnhof, an der Zehntscheune, am Romanischen Haus, am Parkdeck in der Holzgasse und jetzt auch an der Kuhgasse am Obermarkt.

„Gerade für Gelnhausen als Tourismusstadt ist es uns wichtig, unseren Gästen beste Bedingungen für einen angenehmen Aufenthalt zu bieten“, freut sich Bürgermeister Christian Litzinger. „Und deshalb machen wir uns auch über weitere geeignete Standorte Gedanken.“