Ehemalige Synagoge

Gela von Gelnhausen (Comic)

Es ist ein Mädchen!

Über dem Kinzigtal liegt dichter Nebel. Wirklich nur Nebel? Oder ist es nicht vielmehr ein echter Nebel-Lindwurm, heraufbeschworen von einem Bösewicht, der die Barbarossastadt und ihre Bürgerinnen und Bürger als Geisel nimmt? Wer wird sich diesem Ungetüm entgegenstellen? Ein Ritterheer? Ein Held? Der jugendliche Noch-Nicht-Kaiser Friedrich „Fritz“ Barbarossa? Nein, es ist Gela von Gelnhausen. Die schlaue und mutige Tochter eines Gurkenhändlers entstammt der Feder des freien Illustrators Christopher Tauber und wird vermutlich etliche Gabentische an Heiligabend 2020 bereichern: Mit „Gela von Gelnhausen – Der unheimliche Nebel“ bringt die Stadt Gelnhausen anlässlich des 850-jährigen Stadtjubiläums ihren ersten Comic für junge und junggebliebene Leser*innen heraus.

Letztlich war es aber nicht der Nebel-Lindwurm, sondern die Corona-Pandemie, die verhinderte, dass der Comic öffentlich und dem Anlass entsprechend feierlich vorgestellt werden konnte. So bleibt den geistigen Vätern und Müttern des Erstlings noch die Möglichkeit, Gela, Fritz und ihre Gefährten und Gelnhäuser Bürger*innen crossmedial vorzustellen.

Es hat so viel Spaß gemacht, diese Geschichte zu entwickeln und zu zeichnen. Ich habe es genossen. (Christopher Tauber, Illustrator)


Zum 850. Geburtstag der Stadt Gelnhausen im Jahr 2020 sollte es ganz besondere Geschenke geben – vor allem ans eigene „Volk“ natürlich. Was davon wegen Corona alles abgesagt und verschoben werden musste, braucht hier nicht noch einmal gelistet zu werden. Unnötiger Buchstaben- und Platzverschleiß. Wichtig war den Verantwortlichen der Stadt, dass es auch ein besonderes Jubiläumsprodukt für Kinder und Jugendliche gibt. Und glücklicherweise hat genau das auch trotz Corona funktioniert. So können Kinder und Jugendliche, aber auch alle Junggebliebenen und Comic-Freunde ab sofort eintauchen in die Welt von Gela, in ein nicht akribisch historisches Gelnhausen, mit fiktiven Elementen und prominenten Akteuren aus der Zeit der Stadtgründung 1170 und aus der aktuellen Zeitgeschichte, die dort teils zweifelsfrei wiederzuerkennen sind.

Gela von Gelnhausen

Bürgermeister Daniel Christian Glöckner und Simone Grünewald, Fachbereichsleitung Kultourismus und Museum, trugen die Idee, einen historischen Comic über Gelnhausen zu erschaffen, an den Gelnhäuser Illustrator Christopher Tauber heran. Von Anfang an bestand Einigkeit darüber, dass die Heldenrolle dabei nicht automatisch dem Kaiser zukommen sollte, sondern einer Frauenfigur. „Dabei mussten wir das Bild einer starken jungen Frau nicht erzwingen. In Gestalt der sagenumwobenen Gela war sie bereits vorhanden“, so Simone Grünewald. Der Sage zufolge verliebte sich Barbarossa einst unsterblich – und leider unglücklich – in die Grafentochter Gela. Ihr zu Ehren soll er die Stadt „Gelahusen“, das heutige Gelnhausen, gegründet haben.

Im Comic ist die rotschopfige Gela mit dem entschlossenen Gesichtsausdruck nicht auf den Mund gefallen, sie ist selbstbewusst, selbstständig, schlau, integer, mutig und manchmal ein bisschen übermütig, aber auch ein Mädchen, dass die Rückkehr ihres Vaters herbeisehnt und die sich auf ihr soziales Umfeld stützt. Christopher Tauber und Calle Claus, die die Geschichte gemeinsam gesponnen haben, ist es gelungen, eine weibliche Identifikationsfigur zu erschaffen, keine unerreichbare Superheldin. An Gelas Seite steht ihre beste Freundin Arnika, die den Rotschopf manchmal ein wenig auszubremsen versucht. Petersilia, Fritz, Gerrit, Torf und viele weitere sympathische Figuren – nicht zu vergessen Pferd Boskopp, das kaiserliche Ross - werden die Leser*innen schnell ins Herz schließen. Die Kulisse für die spannende Handlung liefert das bekannte Gelnhäuser Stadtbild. Der besondere Reiz der Erzählung liegt in der Verknüpfung von historischen Orten und Geschichten mit der erzählerischen Freiheit einer Fantasiegeschichte. Die Geschichte enthält auch eine Referenz an Philipp Reis. So viel sei hierzu verraten: es empfiehlt sich, auf Pferd Boskopp und die Gurken zu achten…

Erschienen ist „Gela von Gelnhausen“ im Zwerchfell-Verlag in Stuttgart, der 1988 für die Veröffentlichung von Independent Comics gegründet wurde, und den Christopher Tauber und Stefan Dinter 2009 übernahmen. Über 40 weibliche und männliche Autoren und Illustratoren publizieren über den Verlag. Gedruckt wurde das Werk vor Ort in Gelnhausen bei der Druckerei Sauerland.

Mit Christopher Tauber hat die Stadt Gelnhausen Konzeption und Umsetzung ihres Erstlings in die Hände eines professionellen Illustrators gelegt. Ein Blick auf Taubers Website www.piwimonium.de legt Zeugnis über den Facettenreichtum seiner Begabung ab. 2014 suchte der Kosmos-Verlag einen Illustrator für die Premiere seiner „Die drei ???“ in Comic-Form. Christopher Tauber konnte sich gegen seine Mitbewerber durchsetzen und erhielt den Auftrag. Damit ging Kosmos mit seinen kultigen Kinder-Detektiven einen ganz neuen Weg. Drei Graphic-Novel-Abenteuer von „Die drei ???“ hat Christopher Tauber bereist im Auftrag von Kosmos gezeichnet. Dabei arbeitete er bereits mit dem Comic-Zeichner und -Texter, Illustrator und Hörspielautor Calle Claus zusammen, mit dem nun auch der Plot für die Geschichte um Gela von Gelnhausen entstanden ist. Der Hamburger Claus kam dafür extra nach Gelnhausen und hat das bucklige Nest erkundet.

Rechtzeitig zur Adventszeit erreichten die ersten druckfrischen Exemplare nun die Tourist-Information. „Ich bin total glücklich mit dem Ergebnis. Es hat so viel Spaß gemacht, diese Geschichte zu entwickeln und zu zeichnen. Ich habe es genossen“, schwärmt Tauber, während er einige Exemplare signiert – nicht nur mit Unterschrift, sondern teilweise auch mit einer kleinen Zeichnung. Er lobt die reibungslose Zusammenarbeit mit dem Magistrat der Barbarossastadt als Auftraggeber. „Ich konnte die Geschichte in meinem Ton erzählen, eine gewaltfreie Geschichte, die zu einem guten Schluss kommt“, bilanziert der 41-jährige Illustrator. Auch Bürgermeister Glöckner und Simone Grünewald freuen sich über das Ergebnis. „Auch uns hat es viel Spaß gemacht, Pate für so ein außergewöhnliches Projekt zu stehen und unsere Kreativität und historischen Kenntnisse miteinbringen zu können“, so Bürgermeister Glöckner, der sich selbst in einer der Figuren wiederzuerkennen glaubt. Welche das ist? Einfach selbst entdecken…

Den Comic gibt es ab sofort in der Tourist-Information Gelnhausen (Öffnungszeiten Montag bis Freitag 10 bis 16.30 Uhr, Samstag und Sonntag 14 bis 16 Uhr; Telefon 06051 830-300 oder -301) zum Preis von je 9,80 Euro. Die ersten Käufer*innen können auf Wunsch signierte Exemplare erhalten (solange der Vorrat reicht). Christopher Tauber hat bereits für eine weitere Signierstunde zugesagt. Gefördert wurde das Projekt durch spessart regional als LEADER-Förderregion. Einige Exemplare der lebendigen Stadtgeschichte in Comic-Form werden von der Stadt kostenlos an Kindertagesstätten und Schulen in Gelnhausen zur Verwendung in der pädagogischen Arbeit weitergegeben. Auch in der Grimmelshausen Stadtbücherei kann „Gela von Gelnhausen“ ausgeliehen werden.

Infos in Kürze: „Gela von Gelnhausen – Der unheimliche Nebel“; 52 Seiten, 9,80 Euro; Geschichte von Christopher Tauber und Calle Claus; erzählt und gezeichnet von Christopher Tauber; Farben von Adrian vom Baur; Lettering von Stefan Dinter; herausgegeben vom Magistrat der Barbarossastadt Gelnhausen; verlegt von Zwerchfell; gedruckt von Offsetdruckerei E. Sauerland GmbH, Gelnhausen. www.gelnhausen.de www.zwerchfell.de

Wo? Wie? Was?

Da die Tourist-Information ab sofort für den Publikumsverkehr geschlossen ist, können Gelnhausen-Comics nur noch telefonisch vorbestellt (Montag bis Freitag, 10 Uhr bis 16.30 Uhr, Telefon 06051 830-300 oder -301) und bis einschließlich 23. Dezember 2020 zu den Sprechzeiten der Tourist-Info (bitte klingeln) abgeholt werden. „Gela von Gelnhausen – Der unheimliche Nebel“ kostet je Exemplar 9,80 Euro. Es ist nur Barzahlung möglich, bitte zu zahlende Beträge möglichst passend abgezählt bereithalten.

Gela von Gelnhausen

„Gela von Gelnhausen – Der unheimliche Nebel“; 52 Seiten, 9,80 Euro; Geschichte von Christopher Tauber und Calle Claus; erzählt und gezeichnet von Christopher Tauber; Farben von Adrian vom Baur; Lettering von Stefan Dinter; herausgegeben vom Magistrat der Barbarossastadt Gelnhausen; verlegt von Zwerchfell; gedruckt von Offsetdruckerei E. Sauerland GmbH, Gelnhausen.

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