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Große Drüsenameise in Meerholz: Stadt testet Heißwasser- und Dampfsysteme

Da macht selbst eine Gruppe Kita-Kinder mit ihren Erzieherinnen beim Spaziergang Halt. Staunend beobachten die Kleinen, wie heißer Dampf im Bereich des Spielplatzes Alte Ziegelei in Meerholz aufsteigt. Der stammt aus einem System, auf dem große Hoffnungen in Gelnhausen ruhen. Konkret geht es um ein Heißwasser- und Dampfgerät eines österreichischen Herstellers. Auch Bürgermeister Christian Litzinger und Ortsvorsteher Jochen Zahn beobachten die Maschine genau, die eine entscheidende Rolle bei der geplanten Aktion zur Bekämpfung der Tiere spielen könnte. 

Dabei ist Vorsicht geboten. „Da sich der betroffene Bereich in Meerholz in einem Wasserschutzgebiet befindet, wollen wir ohne chemische Mittel auskommen. Ebenfalls wollen wir Risiken für Kinder und andere Tiere vermeiden. Deshalb setzen wir auf das Heißwasserverfahren. Dafür brauchen wir eine Technik, mit der wir die Nester wirksam erreichen können“, sagt Litzinger. „Aktuell prüfen und testen wir die Angebote verschiedener Hersteller.“

Das Gerät, das an diesem Tag im Fokus steht, arbeitet mit einem Gemisch aus Heißwasser und Wasserdampf. Mit speziellen Lanzen kann die Hitze gezielt in das Erdreich eingebracht werden. Das ist bei der Großen Drüsenameise von besonderer Bedeutung. Denn nach Angaben des Umweltbundesamts legt die Art ihre weit verzweigten Nester bis zu einer Tiefe von einem Meter in der Erde an. Bei der Bekämpfung spielt die Temperatur eine entscheidende Rolle. Mit jedem Zentimeter, den es unter die Erde geht, verliert das Wasser an Wärme. Das getestete System arbeitet mit einem bis zu 130 Grad Celsius heißen Wasserdampfgemisch.

Schon eine Woche später zeigt sich ein ähnliches Schauspiel auf dem Spielplatz in Meerholz. Dieses Mal testet die Stadt ein Heißwasser-Dampfsystem eines deutschen Herstellers, das mit einer Hochdruckanlage und einem Trägerfahrzeug ausgestattet ist. Der Tank fasst 1600 Liter Wasser. Nach einer Vorlaufzeit von etwa zwei Minuten kann die Anlage Heißdampf mit einer Temperatur von rund 135 Grad Celsius erzeugen. Auch dieses Gerät kann mit einer Bodenlanze ausgestattet werden.

Und der erste Eindruck? „Die Systeme sind durchaus vielversprechend“, sagt Bürgermeister Litzinger. Weitere Vorführungen anderer Geräte sind zeitnah terminiert.  „Dabei geht es um die Wirksamkeit und die Handhabung. Der Kampf gegen die Große Drüsenameise ist ein langer Weg und deshalb dürfen wir keine vorschnellen Entscheidungen treffen. Gleichzeitig müssen und wollen wir schnell handeln, um die Situation für die Anwohnerinnen und Anwohner zu verbessern und eine weitere Ausbreitung der Ameisenart zu verhindern.“

Wie groß die Herausforderung ist, hat eine Vorkartierung des städtischen Bauamts gezeigt. Demnach erstreckt sich der Befall der Großen Drüsenameise auf ein rund zwölf Hektar großes Gebiet im Meerholzer Oberdorf. Zwar sind bislang keine Schäden an Straßen oder der weiteren Infrastruktur festgestellt worden. „An erster Stelle zählen für uns aber die erheblichen Belastungen für die Menschen im betroffenen Bereich“, sagt Christian Litzinger.

Umfangreiche Vorarbeiten geleistet

Um die Ameisen zumindest wirksam eindämmen zu können, hat die Stadt neben der Vorkartierung bereits weitere umfangreiche Vorarbeiten geleistet, unter anderem die besonderen Bodenverhältnisse untersucht, gezielt nach Nestern gesucht, eine Ortsbegehung veranstaltet und verschiedene Möglichkeiten zur Bekämpfung beziehungsweise Eindämmung der Insekten erprobt. Zuletzt hat ein Fachmann im Auftrag des Rathauses eine professionelle Kartierung erstellt. Ziel ist es, die Grenzen des Befalls möglichst genau zu bestimmen, um die Tiere von außen nach innen bekämpfen zu können. Ein Weg, mit dem die Stadt sicherstellen will, dass die Ameisen nicht einfach in bislang unbelastete Bereiche verdrängt werden. Die Kartierung ermöglicht zudem, die betroffenen Grundstückseigentümerinnen und Grundstückseigentümer gezielt anzusprechen und auch den späteren Erfolg zu kontrollieren.

Öffentlicher Infoabend am 14. September

Bis zum Start der koordinierten Bekämpfungsaktion sollen die Bürgerinnen und Bürger umfassend und transparent einbezogen werden. Am Montag, 14. September 2026, ist ein öffentlicher Informationsabend in Meerholz geplant. Dort will die Stadt über die Ergebnisse der professionellen Kartierung, mögliche Methoden und das weitere Vorgehen informieren. Außerdem sollen Erfahrungen mit dem Heißwasserverfahren aus Offenbach vorgestellt werden.

Der Informationsabend am Montag, 14. September 2026, beginnt um 19 Uhr in der Sport- und Kulturhalle Meerholz. Alle interessierten Bürgerinnen und Bürger sind hierzu herzlich eingeladen.