Tapinoma magnum
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Infos zur Großen Drüsenameise

Die Große Drüsenameise hat eine Superkolonie im Gelnhäuser Stadtteil Meerholz gebildet. Wie die Stadt gegen die Tiere vorgeht, was betroffene Anwohnerinnen und Anwohner tun können und wer als Ansprechpartner bereitsteht – hier finden Sie die wichtigsten Antworten.                 (Bild: A. Bellersheim/SMNS)

Infos zur Tapinoma magnum

Große Drüsenameise in Meerholz: Befall, Bekämpfung und Vorsorge

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Die Große Drüsenameise hat eine Superkolonie im Gelnhäuser Stadtteil Meerholz gebildet. Wie die Stadt gegen die Tiere vorgeht, was betroffene Anwohnerinnen und Anwohner tun können und wer als Ansprechpartner bereitsteht – hier finden Sie die wichtigsten Antworten.  

Im Wesentlichen stammen die folgenden Informationen aus einem Fachgutachten, das das Institut für Schädlingskunde mit Sitz in Reinheim und Rödermark im Auftrag der Stadt Gelnhausen für das betroffene Gebiet in Meerholz ausgearbeitet hat. Das kartierte Befallsgebiet umfasst rund 12,2 Hektar. Besonders stark betroffen ist der Bereich rund um die Straße „Ziegelei“ einschließlich des dortigen Spielplatzes.

Die Bedingungen in Meerholz bieten der aus dem Mittelmeerraum stammenden Ameisenart besonders geeignete Lebensräume: Sonnige und warme Pflaster- und Mauerflächen, sandige Böden sowie zahlreiche Gärten und Grünflächen mit heckigem Bewuchs bieten geeignete Nistplätze und ein gutes Nahrungsangebot. Nester wurden unter anderem unter gepflasterten Flächen, an Straßenrändern und zwischen Bordsteinen festgestellt.

Die Ergebnisse des Gutachtens hat das Institut bei einem städtischen Informationsabend am 14. September 2026 öffentlich vorgestellt. Im Folgenden finden Sie die wichtigsten Aussagen und Informationen über die geplante Bekämpfungsaktion der Ameisenart. Klicken Sie einfach auf die Fragen, um die Antworten zu öffnen.

Für Fragen steht der städtische Umweltberater Jürgen Koch unter Telefon 06051 830-238 oder per E-Mail an umwelt@gelnhausen.de zur Verfügung.

  • Was ist Tapinoma magnum?

    Tapinoma magnum (Große Drüsenameise) ist eine ursprünglich aus dem westlichen Mittelmeerraum stammende Ameisenart, die vermutlich vor allem mit Pflanzen ihrer Heimatregion nach Deutschland eingeschleppt wurde und durch Handel (Gartencenter, Baumschulen) oft unwissentlich verbreitet wurde.

    Auffällig: Die Art kann große Kolonien bilden, sogenannte Superkolonien, die sich über weite Flächen erstrecken und aus Millionen von Arbeiterinnen sowie zahlreichen Königinnen bestehen. Die unterirdischen Nester können bis etwa einen Meter tief in die Erde reichen und sind oft unterirdisch oder durchs „Ameisenstraßen“ miteinander verbunden. Begattete Königinnen bleiben häufig in oder in der Nähe ihrer bestehenden Kolonie. Dadurch können vorhandene Bestände weiter anwachsen und sich lokal ausbreiten.

    Eine Besonderheit: Anders als heimische Ameisenarten kann die Tapinoma magnum gut mit niedrigen Temperaturen zurechtkommen. In Deutschland haben Kolonien längere Frostperioden mit Temperaturen bis zu −15 °C ohne sichtbare Schäden überstanden. Die Tiere können außerdem bereits bei vergleichsweise niedrigen Temperaturen aktiv sein.

  • Warum ist Tapinoma magnum problematisch?

    Tapinoma magnum kann sehr große Superkolonien mit zahlreichen miteinander verbundenen Nestern bilden und sich über Gärten und Grundstücke weiter ausbreiten. Die Ameisen nisten mit Vorliebe in sandigem Boden, unter Pflasterflächen, an Mauern und im Bereich von Gebäuden. Auf ihrer Nahrungssuche dringen die Tiere auch in Häuser ein. Aufgrund ihrer schieren Zahl stellen die Insekten eine hohe Belastung für die betroffenen Anwohnerinnen und Anwohner dar.

    Die Große Drüsenameise kann heimische Ameisenarten durch ihr massenhaftes Aufkommen verdrängen. Auch Schäden an Pflanzen sind beschrieben.

    Zudem besteht ein Risiko für Gebäude, Grundstücke, Gehwege und sonstige Infrastruktur, zum Beispiels Verteilerkästen.

    Gebäude und Grundstücke:

    Die Ameisen können Kolonien unter Gebäudefassaden und in Mauerritzen bilden und einzelne (Teil-)Kolonien verbinden. Auch Spalten zwischen Hausfassaden und angrenzenden Bürgersteigen können als Nistplätze genutzt werden.

    Gehwege, Einfahrten und befestigte Flächen:

    Warme Pflaster- und Asphaltflächen wie Bürgersteige, Hofeinfahrten und Innenhöfe bieten der Art besonders günstige Bedingungen. Nester können beispielsweise unter Pflastersteinen angelegt werden. Risse und Spalten erleichtern die Ansiedlung und Ausbreitung. Das kann zum Absacken von Steinen führen.

    Technische Einrichtungen:

    Die Ameisen können Nester beispielsweise in Verteilerkästen anlegen. Hierdurch sind Materialschäden oder technische Ausfälle möglich.

  • Woran erkenne ich die Große Drüsenameise?

    Es ist schwer, die Tapinoma magnum von heimischen Ameisenarten zu unterscheiden.  Fachleuten gelingt dies nur mithilfe eines hochauflösenden Mikroskops. Einige Merkmale können jedoch auf die potenziell invasive Art hinweisen:

    • Größe und Farbe: Die Arbeiterinnen sind etwa 2 bis 4 Millimeter groß und gleichmäßig schwarz. Auffällig sind die deutlichen Größenunterschiede innerhalb der Gruppe: Manche Arbeiterinnen können etwa doppelt so groß sein wie andere.
    • Ausgeprägte Ameisenstraßen: Von den Nesteingängen gehen häufig lange und teilweise mehrspurige Ameisenstraßen aus.
    • Viele miteinander verbundene Nester: Die Nester treten meist gehäuft auf und sind durch Ameisenstraßen miteinander verbunden. Zwischen benachbarten Nestern herrscht reger Ameisenverkehr.
    • Schnelle, geradlinige Bewegung: Auf den Ameisenstraßen bewegen sich die Arbeiterinnen mit gleichmäßig hoher Geschwindigkeit und auffallend geradlinig.
    • Transport der Brut: Häufig sind Arbeiterinnen zu beobachten, die weißliche Puppen zwischen den Nestern transportieren. Dies ist auch mit bloßem Auge erkennbar.
    • Auffällige Nesteingänge: Die unterirdischen Nester können an flachem Erdaushub beziehungsweise größeren Ansammlungen ausgeworfener Erde erkennbar sein.
    • Starke Reaktion bei Störung: Wird ein Nesteingang etwa durch Berührung oder Anpusten gestört, können sehr viele Ameisen gleichzeitig aus dem Nest kommen und sich schnell und kreisend um den Eingang bewegen (Verteidigungsreflex).
    • Typischer Geruch: Zerdrückte Tiere verströmen einen fruchtig-chemischen Geruch, der teilweise mit Nagellackentferner oder ranziger Butter verglichen wird.


    Wichtig: Diese Merkmale sind nur Hinweise. Eine zweifelsfreie Bestimmung von Tapinoma magnum ist, wie bereits erwähnt, nur durch Fachleute möglich. Bei einem verdächtigen Fund sollte daher eine Artbestimmung erfolgen. Diese ist beim Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) möglich. Weitere Informationen gibt es unter hlnug.de/druesenameise auf der Webseite der Behörde.

  • Hat sich in Meerholz eine Superkolonie gebildet?

    Nach Einschätzung des verantwortlichen Gutachters hat sich in Meerholz eine Superkolonie von Tapinoma magnum angesiedelt. Das am 11. August 2026 kartierte Befallsgebiet umfasst etwa 12,2 Hektar. Besonders stark betroffen war das Gebiet um die Straße „Ziegelei“ einschließlich des dortigen Spielplatzes.

    Die Bedingungen in Meerholz begünstigen die Ameisen: Warme Pflaster- und Mauerflächen, sandige Böden sowie Gärten und Grünflächen bieten zahlreiche geeignete Nistplätze und Nahrung.

  • Wie kann Tapinoma magnum bekämpft werden?

    Für eine nachhaltige Eindämmung der Superkolonie ist ein abgestimmtes und flächendeckendes Vorgehen erforderlich.

    Koordiniertes Vorgehen

    Die Bekämpfung einer großen Superkolonie kann nur erfolgreich sein, wenn öffentliche und private Flächen gemeinsam einbezogen werden. Werden einzelne Bereiche ausgelassen, können dort Teilkolonien bestehen bleiben und sich anschließend erneut ausbreiten. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass sich alle betroffenen Grundstückseigentümerinnen und Grundstückseigentümer an der Bekämpfung beteiligen.

    Kritische Randbereiche zuerst angehen

    Nach Empfehlung des Gutachters sollte die Bekämpfung zunächst an besonders kritischen Randbereichen des Befallsgebiets ansetzen. Dadurch soll verhindert werden, dass sich die Ameisen auf weitere Grundstücke ausbreiten. Ausgehend von den Befallsrändern kann dann versucht werden, die Superkolonie Stück für Stück zurückzudrängen.

    Die Bekämpfung im öffentlichen Raum sollte durch eine Fachfirma oder entsprechend eingesetzte Mitarbeitende der Stadt erfolgen. Gleichzeitig ist eine konsequente Bekämpfung auf den betroffenen Privatgrundstücken erforderlich.

    Regelmäßiges Monitoring erforderlich

    Begleitend ist ein regelmäßiges Monitoring erforderlich. Befallene und angrenzende Bereiche sollen wiederholt auf Nester und Ameisenstraßen kontrolliert werden, um eine weitere Ausbreitung frühzeitig zu erkennen und den Erfolg der Maßnahmen zu überprüfen.

  • Welche Schritte sind im öffentlichen Raum möglich?

    Für die Bekämpfung auf öffentlichen Flächen empfiehlt das Gutachten insbesondere das Heißwasser-Schaum-Verfahren. Dabei werden die Ameisen und ihre Nester mit sehr heißem Wasser und einem Schaum aus Pflanzenzucker behandelt. Die Wärme wirkt sowohl gegen Arbeiterinnen auf den Ameisenstraßen als auch gegen Königinnen, Larven und Puppen in den unterirdischen Nestern, beispielsweise unter Pflastersteinen. Die Aufgabe des Schaums ist es, eine vorzeitige Abkühlung des Wassers zu verhindern.

    Für einen nachhaltigen Erfolg müssen befallene Bereiche wiederholt in kurzen Abständen behandelt werden. Die Bekämpfung soll dabei nicht nur im Sommer, sondern auch im Frühjahr, Herbst und Winter erfolgen. Besonders der Winter ist zentral, da die Tiere in dieser Zeit aufgrund der Nahrungsknappheit ihre Bestände nur begrenzt erneuern können. Neben Heißwasser-Schaum können auch Geräte mit fast 100 °C heißem Dampf eingesetzt werden.

    Das Gutachten nennt außerdem Kontaktinsektizide als mögliche Bekämpfungsmethode. Über deren Einsatz auf öffentlichen Flächen sollte im Rahmen der professionellen Bekämpfung entschieden werden.

    Wichtig ist, dass bei allen Schritten einheimische Ameisenarten geschont werden. Daher sollte vor einer Bekämpfung immer sichergestellt werden, dass es sich tatsächlich um eine Teilkolonie von Tapinoma magnum handelt.

  • Was können Privatpersonen auf ihrem Grundstück tun?

    Auch auf privaten Grundstücken müssen die vorhandenen Teilkolonien konsequent bekämpft werden. Das Gutachten nennt dafür verschiedene Möglichkeiten:

    • Heißes Wasser: Gefundene Nester können mit kochend heißem Wasser behandelt werden. Bei Nestern in lockerem Erdboden kann das heiße Wasser tiefer in den Boden eingebracht werden. Die Behandlung muss wiederholt werden, damit sich die Kolonie nicht wieder erholt.
    • Lockstellen und heißes Wasser: Auf befallenen Flächen können beispielsweise Kunstrasenmatten oder sogenannte „Lochstein-Fallen“ eingesetzt werden. Darin beziehungsweise darunter legen die Tiere bevorzugt ihre Brut ab. Anschließend können die dort angesammelten Ameisen und Brutstadien gezielt mit heißem Wasser bekämpft werden.
    • Nematoden: Nach einer Behandlung mit heißem Wasser können entomopathogene Nematoden – kleine Fadenwürmer, die Ameisen abtöten – eingesetzt werden. Sie sollen eine Regeneration der geschwächten Kolonie erschweren. Das Gutachten weist allerdings darauf hin, dass wissenschaftliche Untersuchungen zur Wirkung bei Tapinoma magnum bislang fehlen.
    • Ködergele: Zuckerhaltige Ködergele mit insektizidem Wirkstoff können insbesondere in überdachten Bereichen auf Privatgrundstücken und bei einem Auftreten in Gebäuden eingesetzt werden. Die Arbeiterinnen nehmen den Köder auf und tragen den Wirkstoff in die Kolonie, wo er auch an Königinnen und Larven weitergegeben wird.
    • Ameisenmittel zum Streuen oder Gießen: Für Ameisen zugelassene Granulate können nach den Angaben des Gutachtens ebenfalls eingesetzt werden. Sie werden je nach Produkt in die Nester gestreut oder in Wasser aufgelöst und in die Nesteingänge gegossen. Dabei ist unbedingt die jeweilige Gebrauchsanweisung zu beachten.
    • Silikatstaub/Kieselgur: Als weitere Möglichkeit nennt das Gutachten Präparate mit amorphem Siliziumdioxid. Sie können unter bestimmten Bedingungen auch im Freien in Nesteingänge und auf Ameisenstraßen gestreut werden oder als Barriere vor Hauseingängen dienen. Wichtiger Hinweis: Bei Feuchtigkeit verklumpt das Pulver und verliert seine Wirkung.
    • Absaugen von Arbeiterinnen: Begleitend kann das regelmäßige Absaugen der auf den Ameisenstraßen laufenden Arbeiterinnen mit einem Nass-Staubsauger hilfreich sein. Dadurch wird die Zahl der Arbeiterinnen reduziert und die Versorgung der Königinnen und Larven im Nest geschwächt. In Verbindung mit weiteren Bekämpfungsmaßnahmen kann dies deren Wirkung verstärken. Wichtig: IM Auffangbehälter des Nass-Saugers sollte „entspanntes“ Wasser vorgehalten werden, das das Ertrinken der Insekten beschleunigt. Dazu sollten dem Wasser drei bis vier Tropfen Spülmittel beigegeben werden. (Hinweis: Abgesaugte Ameisen können in herkömmlichen Staubsaugern beziehungsweise Staubsaugerbeuteln überleben.)


    Wichtig: Vor jeder Bekämpfung muss sichergestellt werden, dass es sich tatsächlich um die Große Drüsenameise handelt. Nester einheimischer Ameisenarten sollen nicht bekämpft werden, da diese natürliche Gegenspieler der Tapinoma magnum sind.

  • Wie kann eine weitere Ausbreitung auf öffentlichen Flächen verhindert werden?

    Neben der direkten Bekämpfung ist es wichtig, die weitere Regeneration der Bestände zu erschweren und eine Verschleppung in bislang nicht befallene Bereiche zu verhindern. Folgende Hinweise gelten für die Stadt: 

    • Grünflächen dichter bewachsen lassen: Tapinoma magnum bevorzugt offene, warme und wenig bewachsene Flächen. Wo es möglich ist, können daher dichte Bepflanzungen und hochgrasige Wiesen gefördert werden. Sehr kurz gemähte Flächen sollten vermieden werden.
    • Straßen und Gehwege als Barrieren verbessern: Risse und Spalten bieten den Ameisen Nistmöglichkeiten und erleichtern deren Ausbreitung. Rissfreie Asphaltflächen können dagegen eine Ausbreitungsbarriere darstellen. Bei neu gepflasterten Flächen empfiehlt das Gutachten möglichst groben Splitt als Untergrund.
    • Baumscheiben und andere Grünflächen anpassen: Auch hier können dichte Bepflanzungen beziehungsweise Gras- und Wiesenmischungen offene, besonnte Bodenstellen reduzieren.
    • Grünschnitt und Pflanzenreste kontrollieren: Über Grünabfälle können Teile einer Kolonie verschleppt werden. Sammelstellen in und um Gelnhausen sollten deshalb über das Vorkommen von Tapinoma magnum informiert sein.
    • Erde, Bauschutt und Abraum beachten: Material aus dem Befallsgebiet sollte auf Ameisenbefall kontrolliert werden. Das Gutachten empfiehlt, Abraum möglichst vor Ort zu belassen oder vor einem Abtransport entsprechend zu behandeln.
    • Befallsgebiet regelmäßig kontrollieren: Befallene und angrenzende Bereiche sollen regelmäßig auf neue Nester und Ameisenstraßen überprüft werden. Für 2027 empfiehlt das Gutachten außerdem eine erneute Kartierung.
  • Was können Privatpersonen tun, um einer Ausbreitung der Großen Drüsenameise vorzubeugen?

    Betroffene Bürgerinnen und Bürger können eine weitere Ausbreitung der Großen Drüsenameise oder eine Regeneration der Bestände mit einer Reihe an vorsorgenden Maßnahmen erschweren.

    • Gärten möglichst dicht bepflanzen: Offene, sonnige Bodenstellen und sehr kurz gemähte Rasenflächen begünstigen Tapinoma magnum. Dichtere Bepflanzung und höherer Bewuchs machen Flächen für die Ameisen weniger attraktiv.
    • Keine Grünabfälle in der Natur entsorgen: Grünschnitt und Pflanzenreste aus dem Befallsgebiet können Kolonieteile enthalten und dürfen deshalb nicht in der freien Natur entsorgt werden.
    • Topfpflanzen kontrollieren: Kleine Kolonien können mit eingetopften Pflanzen verschleppt werden. Insbesondere bei Pflanzen aus befallenen Gebieten ist deshalb auf Ameisen und Nester zu achten.
    • Nahrungsquellen reduzieren: Essensreste und Fallobst sollten so entsorgt werden, dass die Ameisen sie nicht erreichen können. Mülltonnen sollten intakt sein und dicht schließen.
    • Blattläuse im Blick behalten: Tapinoma magnum nutzt den von Blattläusen ausgeschiedenen Honigtau als Nahrung. Die Bekämpfung von Blattläusen kann deshalb eine begleitende Maßnahme sein.
    • Keine günstigen Verstecke schaffen: Unter Folien, Unkrautvlies und ähnlichen Abdeckungen können sich unbemerkt individuenreiche Nester entwickeln. Solche Strukturen sollten im Befallsgebiet möglichst vermieden werden.
    • Verdächtige Ameisen frühzeitig melden: Neue Vorkommen innerhalb und insbesondere am Rand des bekannten Befallsgebietes sollten früh erkannt werden, damit eine weitere Ausbreitung möglichst schnell bekämpft werden kann.
  • Tapinoma magnum erfolgreich bekämpfen: Worauf es ankommt

    Zusammengefasst kommt es laut Gutachten bei der erfolgreichen Bekämpfung der Großen Drüsenameise auf folgende Punkte an:

    • Gemeinsam handeln: Eine erfolgreiche Eindämmung ist nur möglich, wenn auf öffentlichen und privaten Flächen konsequent und möglichst flächendeckend bekämpft wird.
    • Dranbleiben: Eine einmalige Behandlung reicht nicht aus. Befallene Nester müssen wiederholt behandelt werden.
    • Ganzjährig bekämpfen: Maßnahmen sind auch im Frühjahr, Herbst und Winter wichtig. Gerade in der kühleren Jahreszeit befinden sich Nester vermehrt unter Pflastersteinen.
    • Regelmäßig kontrollieren: Das Gutachten empfiehlt, das Befallsgebiet und besonders die angrenzenden Bereiche mindestens einmal im Monat auf neue Nester und Ameisenstraßen zu kontrollieren.
    • Heimische Ameisen schützen: Vor einer Bekämpfung sollte sichergestellt werden, dass es sich tatsächlich um Tapinoma magnum handelt. Einheimische Ameisenarten sollen nicht bekämpft werden, da sie natürliche Gegenspieler sind.
    • Neue Nistplätze vermeiden: Offene, sonnige Bodenstellen und sehr kurz gehaltene Grünflächen begünstigen Tapinoma magnum. Dichtere Vegetation und höher wachsende Wiesen machen Flächen weniger geeignet.
    • Verstecke im Blick behalten: Folien, Unkrautvlies und Bewässerungssäcke können geeignete Nistplätze bieten. Bewässerungssäcke sollten möglichst entfernt oder erst unmittelbar vor der Bewässerung angebracht werden.
    • Technische Anlagen kontrollieren: Verteilerkästen im Befallsgebiet sollten regelmäßig auf Ameisenbefall überprüft werden.
  • Wie geht die Stadt Gelnhausen gegen die Große Drüsenameise vor?

    Die Stadt Gelnhausen hat umfangreiche Vorarbeiten geleistet, um eine koordinierte Bekämpfungsaktion der Großen Drüsenameise in Meerholz vorzubereiten. Dazu zählt die Untersuchung der speziellen Bodenverhältnisse, die gezielte Suche nach Nestern und eine Überprüfung des Zustands der örtlichen Infrastruktur. Der städtische Umweltbeauftragte Jürgen Koch hat sich intensiv mit der Tapinoma magnum beschäftigt und eine Vorkartierung des befallenen Gebiets erarbeitet. Zudem hat er mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Bauamts und externen Fachleuten unterschiedliche Bekämpfungsmethoden erprobt.

    Nach der erfolgten professionellen Kartierung durch das Institut für Schädlingskunde hat die Stadt mehrere Heißwasserverfahren getestet. In Kürze soll die Entscheidung für eines der Geräte fallen, das dann zeitnah angeschafft und eingesetzt werden soll. Dabei ist es das Ziel der Stadt, die Tiere vom äußeren Rand des Befallsgebiets aus zu bekämpfen, um die Ameisen nicht in bislang nicht betroffene Bereiche zu verdrängen.

    Neben einer Ortsbegehung im Frühsommer 2026 mit betroffenen Anwohnerinnen und Anwohnern hat die Stadt am 14. September 2026 eine öffentliche Informationsveranstaltung in der Sport- und Kulturhalle Meerholz veranstaltet. Dabei wurden das erstellte Fachgutachten präsentiert und Möglichkeiten zur Bekämpfung von Tapinoma magnum aufgezeigt.

Bitte melden Sie bestätigte verdächtige Ameisenfunde!

Sie haben verdächtige Ameisen, neue Nester oder auffällige Ameisenstraßen, insbesondere am Rand oder in der Nähe des bekannten Befallsgebiets entdeckt? Bitte melden Sie Ihren Fund an den Bestimmungsservice des Landes Hessen für die Große Drüsenameise. Das Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) gibt beim Verdacht auf die Tapinoma magnum Tipps, um eine erste Einschätzung vornehmen zu können. Um eine sichere Bestimmung zu erhalten, können Bürgerinnen und Bürger Fotos auf dem Meldeportal hochladen. Anschließend erfolgt die Bestimmung durch Expertinnen und Experten der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung in Frankfurt.

Bitte melden Sie bestätigte Funde unter Telefon 06051 830-238 oder per E-Mail an umwelt@gelnhausen.de an die Umweltabteilung im Gelnhäuser Bauamt. So können neue Vorkommen frühzeitig überprüft und bei Bedarf Bekämpfungsmaßnahmen eingeleitet werden.