Ehemalige Synagoge

Ein Corona-Archiv für Gelnhausen

Wir alle sind Zeugen der Corona-Pandemie und Ihre Erfahrungen sind gefragt! Helfen Sie mit beim Aufbau eines Corona-Archivs der Stadt Gelnhausen. Bundesweit heißt die Projektplattform, auf der auch die Seite der Stadt Gelnhausen eingerichtet wurde, coronarchiv.

Unser aller Leben verändert sich durch die Corona-Pandemie und die hiermit verbundenen Maßnahmen in zuvor nicht gekannter Weise. Covid-19 ist Teil unseres Alltags geworden und wir damit zu Zeitzeugen.
Wir werden durch verschiedene Phasen der Pandemie gehen und neue Wege finden, mit dem Virus zu leben. Wie dann in Gelnhausen von der „Corona-Krise“ gesprochen und über sie gedacht wird, hängt davon ab, welche Zeitzeugnisse vorhanden sind.

  • Wie hat die Corona-Pandemie ihr Leben verändert?
  • Welche Herausforderungen haben sich z.B. bei der Ausübung von Sport, ihrem Glauben und dem Kontakt mit Familienmitgliedern und Freunden gestellt?
  • Welchen Einfluss hat Covid-19 auf ihren Lern- und Arbeitsalltag? Die Kinderbetreuung? Ihre finanzielle Situation? Die erste Liebe?
  • Gibt es auch positive Veränderungen durch die Pandemie?

Um die Zeugnisse dieser Zeit zu sammeln und zu bewahren bietet das Stadtarchiv - in Kooperation mit dem bundesweit aufgestellten coronarchiv – eine Plattform, auf der Sie persönliche Eindrücke und Erfahrungen, Fotografien, Blogeinträge, Audio- und Videodateien und alles, was Sie gerne aus dieser Zeit aufbewahren und mit anderen Menschen teilen möchten, hochladen können.

Bitte beachten Sie, dass eine Einreichung ihrer digitalen Zeugnisse ausschließlich über diesen Link und die damit verbundene Plattform  erfolgen kann!

Wir sammeln nicht nur digitale Zeugnisse sondern auch Objekte und Dokumente. Für die Abgabe wenden Sie sich bitte direkt an das

Stadtarchiv Gelnhausen
Stadtschreiberei 3
63571 Gelnhausen
Anette Vinnen
E-Mail: a.vinnen@gelnhausen.de

Presseartikel zur Eröffnung des Coronarchivs vom Juli 2020:

Aufruf zum digitalen Erinnern

Wie werden sich die Gelnhäuser später an die Corona-Pandemie erinnern? Wie werden sie darüber sprechen? Das Stadtarchiv Gelnhausen sammelt Zeitzeugnisse

Archivleiterin Anette Vinnen zeigt eine aus einem Geschirrtuch genähte Mund-Nasen-Abdeckung.
Auch Objekte – wie diese aus einem Geschirrtuch genähte Mund-Nase-Abdeckung – können nach vorheriger Absprache mit Projektleiterin Anette Vinnen (Foto) abgegeben werden. Foto: Stadt Gelnhausen

 Als eines von bisher fünf Archiven in Deutschland bietet das Stadtarchiv Gelnhausen allen Gelnhäuser*innen die Möglichkeit, ihre Erlebnisse und Erfahrungen mit der Pandemie auf der Plattform des Projekts coronarchiv einzustellen. Diese Zeitzeugnisse werden Teil des städtischen Archivs und damit Teil der Stadtgeschichte - öffentlich zugänglich und sichtbar.

Nie zuvor gab es die Möglichkeit, ein globales pandemisches Geschehen mit weitreichenden Auswirkungen bis auf die lokale Ebene hinein digital zu erfassen und zu verfolgen. Historiker*innen der Universitäten Hamburg, Bochum und Gießen haben deshalb das bundesweite Projekt coronarchiv initiiert. Innerhalb kurzer Zeit hat sich durch die Pandemie das Leben vieler Menschen grundlegend verändert, viele Ereignisse geschahen gleichzeitig, viele mussten sich ganz neu orientieren. Das coronarchiv ist ein freies und offenes Onlineportal, zu dem alle beitragen können und das allen zugänglich ist. Gelnhausen hat eine eigene Subseite auf dieser Plattform, ist aber Teil des Gesamtprojektes. Ziel des coronarchivs ist die fortlaufende Sammlung, Archivierung, Kontextualisierung und langfristige Bereitstellung von persönlichen Erinnerungen und Fundstücken zur „Corona-Krise“. Das kann prinzipiell alles sein, was digital vorliegt oder sich digitalisieren lässt: Von Texten wie Tagebücher, Briefe, E-Mails, Gedichte, Artikel in Zeitungen und Zeitschriften, Einkaufszettel, Einsatzberichte, Aushänge, Warnhinweise, Verordnungen über Fotos, Zeichnungen, Bilder, Videos, Chats und Social Media Posts bis hin zu Sprachnachrichten, Songs und Lesungen.

Die Anzeigetafel des Gelnhäuser Kinos verweist auf den ersten Corona-Lockdown 2020
Zeitdokument: Nach dem Lockdown nutzen die Kinobesitzer die große Anzeigetafel für gute Wünsche. Foto: A. Vinnen

Mit dem coronarchiv entsteht eine zentrale Anlaufstelle zur Dokumentation der Gegenwart, die nicht nur eine spätere Rückschau auf die bisherigen Ereignisse in Zusammenhang mit Corona ermöglicht, sondern auch für die künftige Forschung zur Verfügung steht.

Das digitale Archiv möchte Ereignisse in Zusammenhang mit der Corona-Pandemie aus Sicht der Menschen erfassen, die unmittelbar davon betroffen sind. Die digitale Technik bietet erstmals eine sehr schnelle und sehr einfache Möglichkeit dafür. Die Projektleiterin und Gelnhäuser Stadtarchivarin Anette Vinnen ist von Beginn an von der Initiative begeistert und lädt nun ihrerseits die Gelnhäuser*innen dazu ein, ihre Erlebnisse beizutragen. Erste Beiträge sind bereits online zu sehen, denn seit Ende April hat die Archivarin fortlaufend die Veränderungen in der Stadt fotografiert.

Unter der Adresse www.gelnhausen.de/coronarchiv ist die Seite zu finden. Ein Zugang über www.coronarchiv.de ist auch möglich. Hier können die Gelnhäuser*innen Fotografien, Blogeinträge, Audio- und Videodateien einstellen und mit anderen teilen. Als Subseite des bundesweiten Projektes ist Rechtssicherheit im Bereich des Datenschutzes und der publizierten Inhalte gewährleistet. Wenn Nutzer einen Beitrag hochladen, wird dieser zunächst von Moderatoren auf mögliche rassistische, sexistische, radikale, volksverhetzende, diskriminierende Inhalte etc. hin überprüft. Wer Bilder, Blogbeiträge, Audiodateien oder Videos hoch lädt, muss also mindestens drei Werktage auf die Veröffentlichung warten, bei einer starken Resonanz auf die Seite auch etwas länger.

Abstandsregeln und Hygienevorschriften halten am Imbisswagen vor dem ehemaligen Kaufhaus Joh Einzug.
Nichts ist mehr wie vorher. Nicht einmal mehr die Mittagspause: Auch am Bratwurststand vor dem ehemaligen Joh-Gebäude greifen Abstandsregeln und Hygienevorschriften. Foto: A. Vinnen

Im Stadtarchiv wächst zeitgleich eine Sammlung von Corona-Objekten und Dokumenten. Wer persönliche Erinnerungs-Objekte oder Dokumente zur Corona-Pandemie abgeben möchte, kann dies im Gelnhäuser Stadtarchiv nach vorheriger Absprache und Terminvereinbarung mit der Projektleitung tun.

Und was geschieht mit all den Beiträgen und Objekten? „Es ist wichtig, dass wir jetzt einfach sammeln und möglichst viele Menschen Bilder hochladen und die Geschichte dahinter erzählen. Natürlich wird irgendwann dann die wissenschaftliche Auswertung beginnen. Aber zurzeit weiß niemand, wie sich die Pandemie entwickelt, wie sie die Gesellschaft weiter prägt, ob und wann sie endet.  Wir wissen nur eins: Was wir jetzt nicht dokumentieren, wird größtenteils verlorengehen. Emotionen verschwimmen, Erinnerungen schwächen sich ab, kreative, individuelle Notbehelfe weichen industriellen Massenprodukten. Vielleicht können wir in ein oder zwei Jahren als ersten Schritt eine Ausstellung präsentieren“, stellt Anette Vinnen in Aussicht.

Kontakt: Anette Vinnen, Stadtschreiberei 3, 63571 Gelnhausen, 06051-830 306, E-Mail archiv@gelnhausen.de

 Zur Sache:

Coronarchiv ist ein gemeinsames Public-History-Projekt der Universitäten Hamburg, Bochum und Gießen in Zusammenarbeit mit dem Medizinhistorischen Museum Hamburg und dem Museum für Hamburgische Geschichte. Es basiert auf dem Open-Source-Content-Management-System „Omeka S“ für digitale Online-Sammlungen, das vom Roy Rosenzweig Center for History and New Media (Fairfax, Virginia, USA) zur Verfügung gestellt wird. Das Portal  ist online unter www.coronarchiv.de und in den sozialen Medien (Facebook, Twitter, Instagram und TikTok) unter @coronarchiv zu finden.  Projektleitung: Prof. Dr. Thorsten Logge, Juniorprofessur für Public History, Universität Hamburg; Prof. Dr. Christian Bunnenberg, Juniorprofessur für die Didaktik der Geschichte, Ruhr-Universität Bochum; Benjamin Roers, M.A., Wissenschaftlicher Mitarbeiter, International Graduate Centre for the Study of Culture(GCSC), Justus-Liebig-Universität Gießen; Nils Steffen, M.A., Koordinator des Arbeitsfeldes Public History, Universität Hamburg. Für die Barbarossastadt Gelnhausen wurde eine Subseite bereitgestellt, die unter www.gelnhausen.de/coronarchiv erreichbar ist.

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